Skip to content
Archiv der Artikel die mit titanic getagged sind.

Web-Extra: Ein Satiriker in Ostdeutschland – der Kino-Trailer der Woche

Martin Sonneborn, ehemaliger Chefredakteur der Satire-Zeitschrift Titanic und Leithammel der “Partei“, hat sich auf den Weg gemacht durch die neuen Bundesländer. Was er hier an Kuriositäten, Überraschungen und Banalitäten erlebte, hat er in seinem Doku-Streifen “Heimatkunde” verarbeitet. Einige Leckerbissen hat es vorab bereits im “Spam” von Spiegel Online zu sehen gegeben. Der komplette Film läuft seit vergangenem Donnerstag in den Kinos, ist ein Medien-Liebling – und der Trailer sieht vielversprechend aus.

Mehr zu diesem Thema im Internet:

Twitter meets newspaper: Die Redaktionen zwitschern sich eins

Heute hat die Welt Kompakt, meine neue Abozeitung, mit der Nachricht aufgemacht (siehe Foto), sie sei im Netzwerk Twitter die beliebteste Redaktion unter den zwitschernden Newsrooms. Sie beruft sich dabei auf ein Medien-Ranking der Website medienlese.com. Zu dieser “Auszeichnung” gratuliert sogar die Mutterredaktion.

Für alle Gestrigen: Ein fleißiger Blogger erklärt euch hier, was Twitter ist. Eigentlich lohnt eine Erklärung aber gar nicht, denn dafür ist bei Twitter kein Platz. Twitter ist kurz, schnell, mobil und in jeder Hinsicht unverbindlich – und daher sehr einfach. Und daher recht populär.

Ja, was zwitschern sie denn?

Obwohl 857 Tweet-Abonnenten sich für mich nicht gerade nach viel anhören – so viele wollen nämlich wissen, was die Redaktion in Berlin denn so alles daherzwitschert. Zum Beispiel gibt es fünf “Tweets” für den gestrigen Donnerstag. Da verrät ein Jemand am frühen Abend, dass man immer noch keinen Aufmacher für die Titelseite hat. Später sagt dieser Jemand, dass man mit einem Wirtschaftsthema aufmachen und dass es eine Doppelseite über Madonna geben wird. Schließlich steht da: “das twitter-vögelchen prangt auf der 1″.

Die Message: Dabei sein ist alles. Der Mehrwehrt: Null

Ich frage mich natürlich: Wo liegt da der Informationswert? Dass Menschen in ihrem Privatleben Twitter benutzen, um das Freundes-Rudel zu organisieren, macht Sinn. Twitter kann sogar für oppositionellen, politischen Widerstand genutzt werden, wie der clevere Twitter-Gründer im Interview erklärt.

Auch kann sich die Redaktion sagen lassen, sie sei modern. Zur Bestärkung dieses Verdachts lassen sich auch der Handy-Code aus der Printausgabe, das redaktionseigene Video-Blog und die MySpace-Seite des Teams hinzuziehen – alles sehr “up-to-date”. Mehr aber leider auch nicht – redaktioneller Mehrwert gleich null.

Die Konkurrenz ist etwas besser im Zwitschern

Wesentlich interessanter finde ich das Twitter-Profil von Titanic, dem absolut weltbesten Satire-Magazin. Denn hier gibt’s nichts zu lesen, sondern es werden nur Weiterleitungen auf aktuellen Content, also echte Informationssubstanz (!), geliefert – Titanic hat nämlich einfach seinen RSS-Feed bei Twitter eingestellt. Das kann man sich mal abonnieren für den Lacher zwischendurch.

Zeit Online, man höre und staune, hat es mit ihrem toten EM-2008-Tweet auf Platz vier des oben genannten Rankings gebracht – das sagt leider auch etwas über die Relevanz der heutigen Titelseiten-Meldung von Welt Kompakt aus: Die ist nämlich nicht vorhanden. Dafür so viel Platz auf der ersten Seite – sinnlos. Die Redaktion scheint gestern tatsächlich Probleme mit dem Aufmacher gehabt zu haben.