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Archiv der Artikel die mit technische universität dortmund getagged sind.

Neue Campus-Zeitung “Pflichtlektüre”: Mit Volldampf ins Experiment

Studenten-Blatt: Die "Pflichtlektüre" soll ihrem Namen künftig alle Ehre machen. Foto: Nils Glück

Studenten-Blatt im Tabloid-Format: Die "Pflichtlektüre" soll ihrem Namen bald alle Ehre machen. Foto: Nils Glück

Mehr Auflage, mehr Reichweite, mehr Themen: Die neue Campuszeitung Pflichtlektüre wird an gleich vier Universitäten im Ruhrgebiet gratis verteilt. Mit 50.000 Exemplaren setzt das Periodikum, das von der Dortmunder Journalistik entworfen wurde, neue Maßstäbe – zumindest was die Quantität angeht. Ob das neue Printprodukt auch den Ansprüchen der Studierenden gerecht wird, muss die Zukunft erst noch zeigen.

Neu konzipiert: Die “Ruhr-Allianz” hat ihr eigenes Heft

Für die inhaltliche Konzeption und Leitung ist die Dortmunder Zentralredaktion zuständig. Um Anzeigen und Vertrieb kümmert sich dagegen die WAZ. Redaktionschefin Vanessa Giese erläuterte zum Heftstart im Deutschlandfunk, wie man sich auf die neue Herausforderung vorbereitet hat: Ein völlig neues Konzept musste her, das zwar auf Campus-Themen basiert, aber nun auch verschiedene Lokalteile einbezieht. Denn die Pflichtlektüre ist die logische Folge aus der Ruhr-Universitätsallianz und das Heft wird zudem an der zusammengelegten Universität Duisburg-Essen verteilt.

Die "Indo" macht Platz für ihren großen Nachfolger. Nicht alle sind damit glücklich. Foto: Nils Glück

Die "Indo" macht Platz für ihren großen Nachfolger. Nicht alle sind damit glücklich. Foto: Nils Glück

Ende einer Ära: Die “Indo” ist Geschichte

Der Start der Pflichtlektüre Ende Oktober war zugleich das Ende der bisherigen Dortmunder Campus-Zeitung InDOpendent, die seit 1991 zahlreiche Auszeichnungen für ihre journalistische Arbeit erhalten hatte. Das traditionsreiche Medium mit aktuellen Nachrichten, Interviews und Hintergrundgeschichten vom Uni-Geschehen hatte einen guten Ruf – umso kritischer sind nun die ersten Stimmen zur neuen Zeitung. Denn was bislang in der “Indo” in einem ganzen Heft seinen Schwerpunkt fand, wird nun im vierseitigen Dortmunder Lokalteil abgehandelt. Die Frage drängt sich auf, ob das neue Medium so weiterhin interessant bleibt für die Leserschaft aus Dortmund. Ein Blog-Autor mutmaßt sogar, die InDOpendent sei das erste “Opfer” der Ruhr-Allianz.

Experiment mit Laienschreibern

Die wohlhabende WAZ bezeichnet das Ganze als “interessantes Experiment”, denn allzu viel steht für sie nicht auf dem Spiel. Anders sieht das bei den redaktionell Verantwortlichen aus: Denn während in der Dortmunder Zentralredaktion Journalistik-Studenten an dem Heft arbeiten, ist man auf den anderen Campi auf Laienschreiber angewiesen, die nun speziell geschult werden sollen. Ob das langfristig den qualitativen Ansprüchen genügen kann, muss sich erst zeigen: Die Messlatte, die die Indo angelegt hat, könnte jedenfalls kaum höher liegen.

Kritik bleibt da nicht aus: Die taz moniert den unkreativen Namen der Zeitung und beäugt das WAZ-Engagement misstrauisch. Immerhin: Tagespresse und Nachrichtenagenturen haben die Neuerscheinung bundesweit erwähnt und dadurch die große Erwartungshaltung bestätigt. Und auch die Marketing-Abteilung hat sich mit einem eigenen Werbespot ordentlich ins Zeug gelegt.

Optimismus pur: Die Dortmunder Journalisten wollen die "PL" nach vorne bringen. Quelle: Sanja Gjenero, stock.xchng

Optimismus pur: Die Dortmunder Journalisten wollen die "PL" nach vorne bringen. Quelle: Sanja Gjenero, stock.xchng

Am Institut herrscht Enthusiasmus

Als Journalistik-Student kann ich sagen: An Enthusiasmus vor Ort mangelt es nicht. Wir haben die ersten Hefte eigenhändig an die Leser verteilt (siehe Eldoradio-Beitrag) und arbeiten geradezu fieberhaft an der Optimierung unserer Zeitung. Zwei komplette Seminarkurse widmen sich der Frage, wie man die neue Zielgruppe möglichst genau erforschen und die Heftinhalte den Lesern schmackhaft machen kann. Ein Konzept für den Bereich “partizipativer Journalismus” ist ebenso in Mache wie eine neue Internetplattform, die für crossmediale Einbettung sorgen soll. Und nicht zuletzt schuftet ein aufgefrischtes Redaktionsteam für die Heftinhalte, die den akademischen Leser interessieren. Das Experiment hat also gerade erst begonnen.

Mehr zu diesem Thema im Internet:

Das S-Bahn-Trauma im Ruhrgebiet: “Die S1 zerstört mein Leben”

Das gewohnte Bild: An der Universität warten die Pendler auf die verspätete S1. Quelle: Philipp Leser, flickr.com

Das gewohnte Bild: An der Universität warten die Pendler auf die verspätete S1. Quelle: Philipp Leser, flickr.com

Verspätungen, Ausfälle, keine Lautsprecherdurchsagen: Seit Jahren ist die S-Bahn-Linie S1 zwischen Dortmund und Düsseldorf ein Synonym für Unzuverlässigkeit. Davon können nicht nur tausende Studenten, die täglich mit der S1 zur Dortmunder Universität fahren, ein Lied singen. Mitte Juni hat der zuständige Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) das nun detailliert bewiesen und der Deutschen Bahn endlich den Vertrag gekündigt. Am Fahrplan ändern wird das erst einmal nichts – und auch nicht an den Verspätungen. Die Bahn begründet das Desaster mit Baustellen und ständiger Überlastung. Im Internet häufen sich derweil die Erfahrungsberichte empörter Bahnpendler.

Die S-Bahn ist der Pendlerschreck Nummer eins

Die S1 ist eine wichtige Linie. Auf dem Weg zwischen Düsseldorf und Dortmund macht sie an 29 Stationen Halt – unter anderem in Duisburg, Essen und Bochum. Für diese Strecke benötigt sie laut Fahrplan 91 Minuten. Dass diese Zeit von der Bahn fast permanent überboten wird, können die geplagten Studenten der TU Dortmund bezeugen. Die erste Information, die ich als Erstsemester-Student über meine neue Lernstätte erhielt, war: “Die S1 kannst du vergessen. Die ist nie pünktlich.”

Sieben Minuten, die die Welt bedeuten

In den ersten Wochen ärgerte ich mich noch, wenn ich den frühen Abend mal wieder auf dem überfüllten Bahnsteig verbringen musste. Meine Wut wandelte sich schließlich in stumpfsinnigen Fatalismus – denn eine echte Alternative zur S1 gibt es nicht. Die Busfahrt mit mehrmaligem Umsteigen ist noch zeitaufwändiger. Und der Feierabendverkehr auf Dortmunds Straßen ist auch nicht ohne – und welcher Student kann sich den Sprit noch leisten? So werden die sieben Minuten, die fahrplanmäßig zwischen der Haltestelle “Dortmund Universität” und dem Dortmunder Hauptbahnhof liegen, immer wieder zur unüberwindbaren Hürde.

Die Anklage: Was die Studenten der Bahn vorwerfen

Quelle: Hubert Hager, Bahnbilder.de

Quelle: Hubert Hager, Bahnbilder.de

Man mag die Fäuste ballen oder Stoßgebete gen Himmel schicken. Erfahrungsgemäß ändert das nichts an den Missständen – aber vielleicht ändert sich ja etwas, wenn ich die Beschwerden der Studenten hier mal zusammenfasse:

  • Verspätungen: Eine, zwei, meinetwegen auch drei Minuten sind noch vertretbar. Dann aber ist die Toleranz der meisten Pendler aufgebraucht – denn die regionalen Anschlusszüge am Hauptbahnhof warten nicht. Die S1 kommt praktisch nie pünktlich. Von zwei bis 60 Minuten Verspätung habe ich schon alles mitgemacht.
  • Schlechter Informationsservice: Mit den Ansagen nimmt man es bei der Bahn nicht so genau. Auf Informationen über “Verzögerungen im Betriebsablauf” müssen die Studenten auf dem Bahnsteig weitgehend verzichten. Und wenn mal eine genervte Stimme aus den Lautsprächern krächzt, sollen es erst “einige”, dann fünf, dann zehn Minuten sein. Anscheinend weiß das Personal selbst nicht so genau, wann die Bahn kommt – das überlässt man wohl eher dem Zufall. Nur schade für die Kunden: So manch einer wäre noch zum Bus gerannt, wenn er gewusst hätte, dass die Bahn nicht später, sondern gar nicht mehr kommt.
  • Ausfälle und spontane Fahrplanänderungen: Leider sind auch komplette Zugausfälle keine Seltenheit. “Weichenstörungen” oder schlicht “Verzögerungen” müssen im Zweifelsfall dafür herhalten. Wer zeitnah nach Hause kommen will, hat Pech gehabt. Auch witzig: Spontane Fahrplanänderungen wie “Achtung! Diese S-Bahn fährt ohne Halt bis Bochum Hauptbahnhof!” Wer diese Ansage im allgemeinen Gemenge nicht mitbekommen hat, wird es spätestens in Grönemeyers Heimatstadt merken.
  • Überlastung: Was geschieht, wenn ein Zug in der Rush Hour eine halbe Stude zu spät kommt? Richtig – Gedränge bis zur Atemnot und subtropische Temperaturen in den Waggons sind die Folge. Schweißausdünstungen und komprimierte Körperwärme führen zu erstaunlich hoher Luftfeuchtigkeit. Und viele bleiben auf dem Bahnsteig zurück, weil der Zug hoffnungslos überfüllt ist – da hilft auch kein Schieben mehr. Wofür bezahle ich eigentlich mein Semesterticket?
  • Defizite in der Infrastruktur: Gibt es mal einen längeren Regenguss, läuft gleich ein ganzer Tunnel voll Wasser und die S-Bahn-Strecke ist nicht mehr befahrbar. So zumindest lauten die abenteuerlichen Geschichten, die ich aus meinem Bekanntenkreis bereits mehrfach gehört habe.
  • Verschmutzung und übler Gestank: Die Tageszeit spielt eigentlich keine Rolle – Müll, Essensreste, zerrissene Zeitungen und ausgelaufene Bierflaschen sind in der S1 keine Ausnahme. Auch wenn sich die Situation nach meiner Einschätzung insgesamt gebessert hat, ist der Gestank teilweise unerträglich.
Die gravierenden Folgen des S1-Traumas sind noch weitgehend unerforscht. Quelle: blu3105, flickr.com

Die gravierenden Folgen des S1-Traumas sind noch völlig unerforscht. Quelle: blu3105, flickr.com

Individuelle Bewältigungsstrategien: Zur Not das Taxi nehmen

Jeder Pendler geht mit dem Trauma der S1 auf seine eigene Weise um: Manch einer sucht sich im wunderschönen Ruhrgebiet eine neue Unterkunft, um auf die stressbeladene Anreise zu verzichten. Vor wichtigen Prüfungen habe ich in meiner Zeit als Pendler bei einem Freund übernachtet, der direkt am Campus wohnt – das Risiko wäre zu groß gewesen, dass die S1 mir ein Strich durch die Rechnung macht. Ein Kommilitone nahm sich ein Taxi zur Uni, als er am Prüfungstag Opfer eines Bahnausfalls zu werden drohte.

Selbsthilfegruppen im Internet: Hoffnungsloser Protest

Im Internet laufen die Pendler Sturm. Im StudiVZ formiert sich der hoffnungslose Protest gegen das S-Bahn-Desaster: Zu den beliebtesten Gruppen zählen “Die S1 zerstört mein Leben“, “S1 – Die S-Bahn fällt wegen einer Betriebsstörung …” und “Wir warten auf die S1…“. Ein Hobbyfilmer hat der S-Bahn-Linie ein ganzes Filmprojekt gewidmet: Er will die Missstände schonungslos dokumentieren. Der folgende Trailer zum Film hat bereits viel Aufmerksamkeit und Lob erhalten.

Eine Detailanalyse der unzähligen Beschwerden wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Stattdessen habe ich eine Liste der interessantesten Erfahrungsberichte erstellt – denn mit jeder Minute Verspätung stirbt ein Stück Lebensfreude in den gepeinigten Pendlerseelen des Ruhrgebiets.

Quelle: klara.kristina, flickr.com

Quelle: klara.kristina, flickr.com

Medienberichte zu diesem Thema im Internet:

  • Der Spiegel – Nahverkehr: “Es geht ans Eingemachte” (23. Juni 2008)
  • Audio: WDR Mediathek regional – VRR wirft Bahn Betrug vor (13. Juni 2008)
  • Video: WDR Mediathek regional – VRR – Was jetzt? (13. Juni 2008)
  • DerWesten – Politik – Kommentar zur Vertragskündigung (12. Juni 2008)
  • Video: WDR Mediathek regional – VRR ohne Bahn? (12. Juni 2008)
  • DerWesten – Westfalen – Die S-Bahn-Hoffnung heißt ET 422 (9. Juni 2008)
  • Video: WDR Mediathek regional – Zoff zwischen Bahn und VRR (22. Januar 2008)

  • Erfahrungsberichte zur S1 im Internet:

  • Zahlenpeter’s Weblog – Verspätung an der S1 (22. Juli 2008)
  • Forumsdiskussion: Meinews.de – Duesseldorf Hbf: verspaetete Bereitstellung von S-Bahnen (25. Januar 2008)
  • Bahnsinn – Essen-Dortmund-Kley mit der S1 (24. Oktober 2007)
  • merkseite.de – 4 x Bahn und 1 x Bus (17. August 2005)
  • ciao.de – Erfahrungsbericht – Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, VRR – Fahrplan, S1 und Schneechaos im VRR (28. Januar 2002)

  • Sonstiges zu diesem Thema im Internet:

  • StudiWiki TU Dortmund – Anmerkung zu den S-Bahn-Verspätungen
  • Absolut neutrale Mediensatire: Die FAZ sucht Undercover-Agenten

    Quelle: redbaron, STOCKXPERT

    Quelle: redbaron, STOCKXPERT

    Mit der verdeckten Recherche ist es immer das Gleiche: Wie man es auch anstellt – nachher wird man dafür kritisiert. Günter Wallraff sagt immer, er habe Missstände aufdecken wollen, die ihm ansonsten verborgen geblieben wären. Im ersten Semester hat sich der FAZ-Journalist Oliver Jungen in unseren Studiengang geschlichen. Beziehungsweise in drei Lehrveranstaltungen des Studiengangs, die alle an einem Tag stattfanden. Daraus hat er sich ein Gesamturteil über unsere Dortmunder Journalistik zusammengewurschtelt.

    Die Empörung der betroffenen und angeblich falsch zitierten Bachelor-Erstis war groß, fast schon peinlich groß (siehe Kommentare). Denn die Defizite der Recherche lagen auf der Hand:

    • Repräsentative Aussagen über einen Studiengang erreicht man nicht durch stichprobenartige Besuche von beliebig ausgewählten Lehrveranstaltungen.
    • Die Zitate dürften allenfalls sinngemäß wiedergegeben sein. Schließlich hatte der gute Herr Oliver Jungen nicht die Möglichkeit, sich Notizen zu machen. Versteckte Mikrofone schließe ich aus – der faule Autor hätte sich niemals die Mühe gemacht, die Aufnahmen auszuwerten.
    • Voreingenommenheit ist eine Zierde. Dass der Autor es nicht geschafft hat, ein aktuelles Vorlesungsverzeichnis auszudrucken und den richtigen Raum zu finden, ist symptomatisch für die Arbeitsweise des Herrn Jungen. Resultat: Verdammt schlechte Laune. Auch hatte er ganz offenkundig null Bock auf das frühe Aufstehen und die Universität im Allgemeinen, wie er bereits in der ersten Passage seines Berichts zugibt.

    Ich habe mich damals jeder ernsthaften Kritik enthalten – dazu bin ich viel zu cool. Solch eine journalistische Provokation verdient nur eins: Satire. Allen seriösen Journalisten mit investigativen Ambitionen sei also die folgende Stellenanzeige ans Herz gelegt.

    Journalistik: Rechtfertigungsversuche eines Kanalarbeiters

    Ich habe es nicht leicht. Wenn mich jemand nach meinem Studiengang fragt, nehme ich all meine Kraft zusammen, hole tief Luft und sage: “Journalistik“. Was dann folgt, läuft immer nach dem selben Schema ab, die Reaktionen sind immer die gleichen: “Was is das denn?!” – “Willste Journalist werden oder wie?!”

    Das Problem ist nicht einmal, dass die Leute sich nichts unter so einem Nischen-Studiengang vorstellen können – sie erahnen zumindest, dass es etwas mit Journalismus zu tun haben muss. Hätte ich “Jura”, “Medizin” oder “BWL” gesagt, wären sie zufrieden gewesen. Sie unterstellen, Journalist könne ja jeder werden – das stimmt. Und dass man dafür keine Ausbildung benötige – da bin ich anderer Meinung.

    Journalisten: Diese widerlichen Faktenverdreher!

    Das Problem liegt ganz woanders: Journalisten haben einen sehr schlechten Ruf. Und dass jemand an die Universität geht, um dort zum widerlichen Reporter ausgebildet zu werden, macht die Leute tatsächlich aggressiv. Journalisten sind ja im Volksmund die, die so lange rumschnüffeln und blöde Fragen stellen, bis sie sich ihre “Wahrheit” zurecht recherchiert haben. Das sind verlogene, schmierige und hinterhältige Empathie-Heuchler, die für eine gute Story auch ihre Oma verkaufen würden.

    Ein Jurymitglied der Studienstiftung reagierte im Bewerbungsgespräch spontan so: “Aha, Sie studieren also … ähm … Journalistik. Jetzt sagen Sie mal: Jedes Mal, wenn ich Journalisten was erzähle, schreiben die was ganz Anderes in die Zeitung, lauter Unsinn. Warum machen die das?!” Mein Gegenüber schien geradezu erbost über meine Studienwahl und unterstellte mir gleich schlechte Manieren. Kein Wunder, dass die FAZ die Bachelor-Studenten der Journalistik als “Kanalarbeiter” bezeichnet hat.

    Fakten: Warum es sich lohnt, in Dortmund anzuheuern

    Journalistik hört sich nach Beliebigkeit an, nach Schwammigkeit, nach Verlegenheitswahl und Pillepalle. Das stimmt nicht. Ich kann nur immer wieder die Vorzüge des Dortmunder Journalistik-Studiums betonen (siehe Studienführer):

    • Praxisnähe: Wir sind keine verstaubten Theoretiker, die nach dem Studium unvorbereitet in die Berufswelt stolpern. Wer nach Dortmund kommt, hat bereits ein Minimum an journalistischer Erfahrung. Unsere Lehrredaktionen sowie zahlreiche praktische Veranstaltungen und Projekte sorgen dafür, dass man den Bezug zur Arbeitsrealität nicht verliert. Darüber hinaus werden über das Institut für Journalistik viele Praktikumsplätze und Jobangebote vermittelt.
    • Integriertes Volontariät: Nach vier Semestern geht es ins einjährige Volontariatspraktikum bei einem unserer zahlreichen Kooperationspartner – Tageszeitungen, Radiosender, Fernsehredaktionen sowie Nachrichtenagenturen halten hochkarätige Volo-Plätze für die Dortmunder Studenten bereit.
    • Vielfältige Lehrveranstaltungen: Ein breit gefächertes Angebot an unterschiedlichen Vorlesungen und Seminaren sorgt dafür, dass sich jeder sein eigenes Fachgebiet suchen kann. Kommunikationswissenschaften, Medienökonomie, Medienrecht und journalistische Vermittlung sind nur einige Beispiele.
    • Guter Ruf: Das IfJ genießt nicht nur im Ruhrgebiet einen guten Ruf. Ein solider Abschluss und praktische Erfahrungen signalisieren dem Arbeitgeber, dass man den Willen und das Zeug zum Journalisten hat. Hier sprach die FAZ hämisch vom “Dortmund-Stempel”.

    Aber: Journalist sein ist kein Wunschkonzert!

    Dass man deswegen aber automatisch eine Festanstellung als Redakteur bekommt, soll jetzt keiner glauben. Man sollte nicht nur zeitlich und geographisch flexibel arbeiten können, um sich auf dem Markt über Wasser zu halten. Eine böse Erinnerung habe ich an das erste Semester, als wir im Fach Medienökonomie die Vorzüge der Künstlersozialkasse für freie Journalisten kennen lernen durften. Auch empfahl der Dozent, sich bei der VG Wort anzumelden: “Wenn Sie als Redakteur viel schreiben, können Sie damit jährlich mehrere hundert Euro rausschlagen.” Festanstellung und Tarifbezahlung sind in den Redaktionen die Ausnahme geworden – da hilft auch der “Dortmund-Stempel” nicht weiter.

    Zynismus und Galgenhumor sind also unbedingte Voraussetzung für ein Journalistik-Studium, wenn man sich trotz des guten Abiturs auf das Wagnis des Medienberufes einlassen will. Aber nur wer wagt, der gewinnt!

    Mehr zu Medien-Studiengängen im Internet:

  • Zeit Online – Irgendwas mit Medien: Studienfächer wie Publizistik sind begehrt (15. Mai 2008)
  • Journalismus.com – Journalismus an der Uni
  • medienstudienfuehrer – Die Suchmaschine der Medienmöglichkeiten
  • studieren.de – Journalismus: Berufsziel Journalist