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“Mein neuer Freund” reloaded: Christian Ulmen ist zurück!

Mehr als drei Jahre nach seiner Kult-Comedyserie “Mein neuer Freund” hat Christian Ulmen nun endlich nachgelegt: Am kommenden Freitag präsentiert er neue Folgen, in denen er diesmal unter anderem als peinliches Ekelpaket “Knut” die Einwohner der bayerischen Provinz zur Weißglut bringt. Die Sendung wird, schrieb der Schauspieler heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, nur im Internet auf der Website ulmen.tv zu sehen sein – der erste Trailer dürfte Ulmen-Fans bereits erfreuen.

Ulmens Reality-Comedy machte vor drei Jahren allerdings zunächst negative Schlagzeilen: Nach nur einer Folge ließ ProSieben die Sendung vorläufig absetzen, ehe die Initiatoren mit einer Petition das Format wieder ins Programm hievten – das war so außergewöhnlich, dass die Sendung sich immer mehr Zuschauern erfreute.

Fremdschämen und Nerventortur: Ulmen war gnadenlos

Christian Ulmen. Foto: PromiPranger.de

Christian Ulmen. Foto: PromiPranger.de

Was die Zuschauer da genüsslich ertragen mussten, war Fremdschämen nonstop: Ulmen verbrachte ein Wochenende mit ahnungslosen Gastgebern, denen er 10.000 Euro Belohnung versprach, wenn sie in dieser Zeit mitspielten und behaupteten, der Charakter sei ihr neuer Freund. Ob asozial, dümmlich, arrogant oder einfach nur unerträglich: Ulmen spielte Zeitgenossen, mit denen niemand auch nur eine Sekunde Lebenszeit freiwillig verbracht hätte. Mit grausamer Disziplin und absolut unbestechlich traktierte er seine Gastgeber dermaßen, dass die nicht selten vorzeitig aufgaben und die Nerventortur beendeten. Ulmen zeigte ein im Fernsehen nie da gewesenes Talent zur peinlichen Spontan-Inszenierung und bewies somit, dass er ein Ausnahmetalent unter den deutschen Schauspielern ist.

Unvergessen ist beispielsweise Ulmens Auftritt als tuntiger Therapeut Veith, der seinem Opfer Andre das Wochenende zur Hölle macht: Andres bester Freundin attestiert er “schöne Brüste”, die strammen Mannschaftskollegen vom Fußball wundern sich über einen hysterisch hüpfenden Cheerleader am Spielfeldrand. Schließlich kaufen Freunde und Familie dem armen Andre sogar das unter Tränen vorgetragene Bekenntnis zur Homosexualität ab (“Ist ja nicht schlimm, es ändert sich ja nichts…”). Das war ganz großes Reality-Fernsehen.

Man darf gespannt sein: Ulmen präsentiert neue Peinlichkeiten im Internet.

Man darf gespannt sein: Ulmen präsentiert neue Peinlichkeiten im Internet.

Knut Hansen wird enttarnt – und recherchiert Schockierendes

Und das Format schrie förmlich nach einer Fortsetzung, denn die acht Folgen waren viel zu wenig (mittlerweile auch auf DVD erschienen). Die Erwartungen an die neuen Internet-Produktionen sind entsprechend hoch – doch die ersten Schilderungen Ulmens geben Anlass zur Vorfreude. So kündigt Ulmen eine perfide Doppelrolle als Knut und als Ulmen an, denn Hotelangestellte gaben “Knut Hasen” bei Google ein und entlarvten dessen wahre Identität, ohne dadurch jedoch die Dreharbeiten zu gefährden. Und was Knut Hansen bei Weizenbier über die ausländer- und schwulenfeindlichen Ansichten des damaligen Chamerau-Bürgermeisters Frieder Herold herausfand, ist hochbrisant – selbst an erzkonservativen CSU-Verhältnissen gemessen.

Mehr zu diesem Thema im Internet:

  • wunschliste.de – Christian Ulmen: “Mein neuer Freund”-Spin-Off – Web-Show mit den beliebtesten Charakteren (23. August 2008)
  • MySpass – Komplette Folgen der Serie als Video
  • Comedy Central – Die Folgen als Kurzversion
  • Manipulieren bis zur Perfektion: China ist Olympiasieger im Verheimlichen

    Quelle: key909, http://www.stockxpert.com/

    Quelle: key909, http://www.stockxpert.com/

    Wer vor acht Tagen die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele verfolgt hat, mag sich gewundert haben: Der Applaus der chinesischen Zuschauer kannte keine Grenzen – während eine Mannschaft nach der anderen ins Stadio einzog, klatschten die Chinesen gleichbleibend weiter. “Die müssen wohl klatschen, sonst werden sie festgenommen”, war mein Kommentar dazu – Gastfreundlichkeit per Verordnung, so die zynische Vermutung.

    Ganz so falsch war diese Einschätzung gar nicht. Denn drei Tage später verkündete die Nachrichtenagentur dpa, es gebe in den Stadien eine Jubel-Vorschrift. Die Zuschauer sind demnach angehalten, Fairness auch beim Applaudieren zu zeigen. All das findet wohl auf einer freiwilligen Ebene statt – aber wer weiß schon, was passiert, wenn man den Jubel ostentativ verweigert?

    Großartiges Feuerwerk – nachträglich reingeschnitten

    Quelle: © Louis Bebbi / PIXELIO

    Quelle: © Louis Bebbi / PIXELIO

    Bereits vor den Spielen wusste jeder, dass die Chinesen absolute Perfektionisten sind. Und was nicht perfekt funktionieren kann, wird eben perfekt inszeniert: So wurde vor einer Woche bekannt, dass die chinesische Regie die Live-Bilder von der Eröffnungsfeier manipuliert hat. Eine Aktion, die von langer Hand geplant war.

    Zwar ging es dabei nur um ein Feuerwerk. Dass an den Eröffnungsfeierlichkeiten aber noch viel mehr faul war, kam wenig später ans Licht: Weil sie offenkundig nicht hübsch genug war, musste eine kleine hässliche Sängerin einer hübschen Playback-Performerin die Bühne überlassen. “Auf Drängen eines Politbüromitglieds sei das Mädchen in letzter Minute ausgetauscht worden”, heißt es dazu auf Spiegel Online.

    Minderheiten-Kultur stellvertretend vorgeführt

    Das vorerst letzte Täuschungskapitel ist die Trachten-Posse, bei der Kinder zwar in den Gewändern der chinesischen Volksminderheiten auftraten, aber keineswegs diesen auch angehörten. Auch berichtet Spiegel Online, während der Proben zur Eröffnungsfeier sei eine Frau schwer verletzt worden.

    Heimlichtuerei im Reich der Mitte

    Das Skandalöse ist nicht, dass all diese Dinge geschehen sind, sei es mit Absicht oder wegen organisatorischer Mängel. Das Problem ist eher, dass China all dies unter der Decke hält, als hinge die vaterländische Ehre davon ab. Wie viele Geheimnisse, Manipulationen und Inszenierungen warten noch darauf, rein zufällig entdeckt zu werden?

    Eins steht jetzt schon fest: China ist Olympiasieger im Verheimlichen. Und damit alles unter der Decke bleibt, sind den Verantwortlichen auch die drakonischsten Strafen recht: Wer bei den Proben zur Auftaktfeier anwesend war, musste eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Nichts von der Feier sollte vorab nach außen dringen. Bei Zuwiderhandlung drohten bis zu sieben Jahre Gefängnis.