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Sven goes to War: Mit 20 nach Afghanistan

Vorabbemerkung: Nach angeblichen Hinweisen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) stellt der Inhalt dieses Artikels eine Gefährdung für den beschriebenen Soldaten dar. Deshalb hat er gebeten, einige Stellen unkenntlich zu machen, die seine militärische Aufgabe in Afghanistan betreffen. Das erste Foto habe ich ausgetauscht, die zweite Grafik verändert. Die nachträglich gelöschten Stellen habe ich durch “*****” ersetzt.

Update 19.10.2008: Der MAD ist immer noch nicht zufrieden. Da man es in Köln offensichtlich nicht für nötig hält, mit dem Autor des Artikels Kontakt aufzunehmen (trotz mehrmaliger Anfrage meinerseits), habe ich jetzt die Identität des Soldaten vollständig unkenntlich gemacht. Der Name ist frei erfunden, der Wohnort weiter gefasst.

Quelle: lukajani, STOCKXPERT

Quelle: lukajani, STOCKXPERT

Mein früherer Schulkamerad Sven fliegt morgen ins Ausland. 2007 hat er das Abitur gemacht, danach ist er zum Bund gegangen. Schließlich gefiel es ihm da so gut, dass er geblieben ist. Ab morgen ist er im Einsatz – morgen geht sein Flieger nach Afghanistan. Stationiert in Feyzabad, ***** Einsatzkontingent ISAF, als *****.

“ich müsste euch töten, wenn ich es verrate”

Feyzabad liegt mehr als 5000 Kilometer entfernt von Rheine, wo er bislang gewohnt hat. Die Bundeswehr ist im Norden Afghanistans mit insgesamt rund 3000 Soldaten vertreten, die unter dem Mandat der ISAF im Einsatz sind. Im StudiVZ gibt Sven nur spärliche Auskünfte über seine militärischen Aufgaben – unter “Art des Jobs” hat er “Troubleshooter” angegeben. Und bei “Was er da macht” steht: “naja ich müsste euch töten, wenn ich es verrate.”

Gefährlicher Einsatz

Von einem “Krieg” zu sprechen, wäre übertrieben. Fest steht aber: Sven begibt sich in Gefahr. Denn die Bundeswehr gerät in Afghanistan zunehmend unter Druck – erst gestern wurden drei Bundeswehr-Soldaten bei einem Selbstmordattentat der Taliban verletzt. In der Woche zuvor war es zu Angriffen auf deutsche Truppen gekommen. Die Zeiten, in denen sich die deutsche ISAF-Truppe relativ sicher durch das bergige Land bewegen konnte, sind längst vorbei und das Risiko von unerwarteten Attacken nimmt zu.


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Einsatzgebiet: Im Norden des Landes liegt der Bundeswehr-Stützpunkt Feyzabad.

Für mich wäre es unvorstellbar, in solche eine unsichere Region zu gehen, noch dazu als Soldat. Es ist ein seltsam beunruhigendes Gefühl, dass jemand aus dem nahen Bekanntenkreis dazu bereit ist. In den Nachrichten liest man von “Truppenkontingenten” – in Wahrheit sind es doch echte Menschen. Sven hat immer wieder gesagt, dass er unbedingt in den Einsatz will. Er hat in der Bundeswehr wohl etwas gefunden, das ihm Spaß macht. Mit großem Eifer hat er schon in der Schule vom Bund geredet – jetzt kommt der Ernstfall.

Vom Rebell zum dienenden Soldaten

Seltsam war das, weil er bis dahin einen unangepassten Eindruck machte. Er rannte mit Che-Guevara-T-Shirts rum und zeigte wenig Interesse an militärisch-ordentlicher Disziplin. Er war der Letzte, der einem Konflikt mit Lehrern oder anderen Vorgesetzten aus dem Weg gegangen wäre. Nach der Schule hatte er dann ein Ziel, das immer konkreter wurde: Erst die Grundausbildung, dann die Ausbildung zum *****. Schließlich: Nach Afghanistan.

Soldaten-Symbolik: Nico hat das "Wappen" seines Kontingents in einer StudiVZ-Fotogalerie veröffentlicht.

Soldaten-Symbolik: Sven hat das "Wappen" seines Kontingents in einer StudiVZ-Fotogalerie veröffentlicht.

Man macht sich Sorgen. Man kennt die Bilder aus der Tagesschau, wenn irgendwo wieder etwas in Afghanistan passiert ist. Aber jetzt ist es beschlossene Sache – morgen geht’s los. Also Sven: Alles Gute, pass auf dich auf – und komm gesund wieder nach Hause!

Mehr zu diesem Thema im Internet:

  • Spiegel Online – Übersicht Afghanistan: Krieg gegen die Taliban
  • Peter K. und der Online-Pranger

    Das Internet ist ein Eldorado für paranoide, rachsüchtige oder einfach nur gemeingefährliche Menschen. Das zeigt mal wieder die Webseite RottenNeighbor, die man als Online-Pranger bezeichnen kann. Unter anderem Spiegel-TV hat bereits darüber berichtet.

    Das eigentlich Skandalöse: Die Pranger-Posts werden in Amerika gespeichert. Obwohl hierzulande öffentliche Verleumdung verboten ist, kann man ganz anonym und feige seinem Nachbar – oder seinem Lieblingsfeind – einfach mal was unterschieben. So geschehen in unserer Kleinstadt Rheine: Ein gewisser Peter K. ist dort mehrfach in der Pranger-Karte verzeichnet. Neben angeblichem Name, vermeintlichem Beruf und augenscheinlicher Adresse erfahren wir allerhand Triviales aus Peters Leben. Ob irgendwas davon stimmt, steht in den Sternen. Sogar ein Bild hat der erboste Denunziant aufgetrieben und hochgeladen. Angeblicher Hintergrund: Peter soll ein ganz mieser Betrüger sein, der nicht nur seine Kunden, sondern auch seine Gattin betrügt. Ob’s stimmt – Wayne interessiert’s?

    Peter am Pranger: Noch scheint der Anwalt nicht bemerkt zu haben, dass er öffentlich angeprangert wird.

    Die Tatsache, dass kaum ein User des Portals auch nur annähernd Satzbau und Rechtschreibung beherrscht, lässt auf das intellektuelle Niveau der anonymen Anschwärzer schließen. Sogar “Sex Offender” sind in der Kartei eingetragen – aber diese Form der Paranoia ist in den Staaten ja schon lange Gang und Gäbe, wo Datenschutz und Privatsphäre längst zu Fremdwörtern verkommen sind.

    Praktikumsmappe Cinetech 2 Rheine

    Im Februar 2003 habe ich ein zweiwöchiges Schülerpraktikum im Cinetech-Kino 2 in Rheine absolviert. Dies ist die zugehörige Praktikumsmappe, die 24 Seiten umfasst, zahlreiche Fotos und Grafiken enthält und als besonders gelungen eingestuft wurde. Weiterlesen ‘Praktikumsmappe Cinetech 2 Rheine’ »