Die Chinesen sind fleißige Zeitungsleser, und der Boom auf dem Markt hält an. Das ist aus den jährlichen Berichten der World Association of Newspapers (WAN) zu entnehmen. Chinas Zeitungsmarkt ist nach Zahlen aus dem Jahr 2007 der weltweit größte: Im Reich der Mitte wurden demnach pro Tag 107 Millionen Zeitungsexemplare verkauft. Bei der Presse-Reichweite konnten die Bezahlzeitungen gegenüber 2002 einen Zuwachs von über 20 Prozent verzeichnen.
Steigende Zeitungsvielfalt, intensive Lektüre
In Asien steigt seit fünf Jahren die Zahl der Zeitungen, die man für Geld haben kann. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist heute in einem beeindruckenden Bericht des chinesischen Journalismus-Studierten Luo Lingyuan zu lesen: “In den vergangenen zwanzig Jahren sind so viele neue Zeitungen gegründet worden, dass man von einem regelrechten Boom sprechen kann.”
Die Chinesen nehmen sich 20 Minuten mehr Zeit für die tägliche Lektüre als die Deutschen, und auch die Reichweite der chinesischen Presse steigt seit Jahren.
Chinesische Presse: Weltoffen bis kritisch – aber staatlich zensiert
Von einer vielfältigen, weltoffenen, teilweise sogar kritisch-objektiven Presse in China ist heute auf Seite acht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu lesen. Dass diese positive Entwicklung nicht über die Tatsache hinwegtäuschen kann, dass in China Zensur herrscht, macht ein weiterer Artikel klar: “Generell gilt, dass alles, was das Herrschaftsmonopol der Partei, das Leben der Staatsführer, religiöse Fragen sowie Tibet und Taiwan betrifft, tabu ist beziehungsweise ausdrücklicher Genehmigung bedarf.” Mark Siemons beschreibt in seinem Text anschaulich, welche “gegensätzliche Wirklichkeiten” in China für Journalisten gelten: Freiraum auf der einen, strenge Zensur und Verfolgung auf der anderen Seite. Die gelungenen TV-Beiträge vom NDR vermitteln diesen Eindruck sehr eindringlich – unbedingt anschauen!
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