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Archiv der Artikel die mit pr getagged sind.

Gekaufte Berichterstattung? Wie “Bild” einer Hamburger Schönheitsklinik einen Gefallen tut

Quelle: Bild.de

Bei manchen Sensationen wird man skeptisch. Da soll sich eine Schweinfurterin für nur 2,57 Euro eine Brust-Operation ersteigert haben, wie Bild am Mittwoch berichtete. Wer aber etwas genauer hinschaut, entdeckt schnell: Es handelt sich möglicherweise um eine reine Werbeaktion des Spinger-Konzerns.

Ob Julia R., die vermeintliche Käuferin des Schnäppchens, tatsächlich existiert, weiß ich nicht. Auch ist nicht klar, ob es jemals zu der bestellten Operation kommen wird. Fest steht: Die Auktion, die über das Versteigerungsportal “hammerdeal.de” angeboten wurde, gab es wirklich – glaubt man zumindest dieser Seite. Seltsam ist, dass die Auktion laut der Internetseite schon am 30. Juni abgelaufen ist. Zeitnahe Berichterstattung sieht anders aus.

Hammerdeal wird in dem fraglichen Bild-Artikel direkt verlinkt, und diese Internet-Links haben einen großen Marketing-Wert. Ebenso wird die “Hamburger Nobel-Klinik” von Bild mit einem Internetverweis beschenkt, und es drängt sich die Frage auf: Wurden diese Links gekauft, in Auftrag gegeben von Hammerdeal und der besagten “Beauty-Klinik an der Alster”?

Der Verdacht, dass es sich hierbei um Werbung und nichts als Werbung handelt, erhärtet sich, wenn man sich den Text der Auktion mal im Detail durchliest. Dort steht:

“Die Brustvergrößerung soll im Rahmen einer medialen Begleitung erfolgen (voraussichtlich durch einen TV Partner, gegebenenfalls auch durch Print-und / oder Onlinemedien). Diese Begleitung beinhaltet u.a. Interviews mit der Auktionsgewinnerin, evtl. Dreh einer Homestory, Aufnahmen in der Klinik (vor, während und nach OP), evt. Interviews mit Freunden und Familienangehörigen.”

Das ist wirklich ein Hammerdeal - allerdings für die Klinik, weniger für die öffentlich Operierte. Quelle: Hammerdeal.de

Die freiwilligen oder unfreiwilligen “Partner” erfüllen ihre Pflicht: Das Springer-Blatt “Hamburger Morgenpost” berichtet, die Billig-OP war gestern bereits Thema in der ProSieben-Sendung “Taff”. Und der Berliner Kurier berichtet brav über die PR-Aktion, als sei es eine Sensation. Sensationell dämlich. Wenn die Operation bereits am 20. August stattfinden soll, werden vermutlich die einschlägigen TV-Boulevardmagazine dabei sein – um die Werbebotschaft kostenlos unters Volk zu bringen.

Eine Kollegin aus der Redaktion wird für die Main-Post versuchen, weitere Hintergründe zu recherchieren: Gibt es die Frau tatsächlich? Einen Anruf ist es wert…

Nebelkerzen statt Transparenz: Wie Bahnchef Grube mit “Fakten” verwirrt

Quelle: ARD/Das Erste.

Seit die Thermometer in ganz Deutschland verrückt spielen, geht es auch bei der Bahn hitzig zu. Viele ICE-Züge mussten bereits, wie es bei der Bahn so schön heißt, einen „außerplanmäßigen Halt“ einlegen. Grund sind Klimaanlagen, die vor den Extremtemperaturen kapitulieren.

Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, eilt seither von Interview zu Interview und lässt keine Gelegenheit aus, kommunikativ und volksnah die Misere zu erklären. Offensichtliche Probleme werden dabei im besten PR-Sprech zu „Herausforderungen“ (siehe Tagesthemen-Video).

Seine PR-Berater scheinen ihn für die medialen Auftritte exzellent gebrieft zu haben: Die Strategie von Grube besteht offenkundig darin, sein Publikum mit möglichst vielen und möglichst großen Zahlen zu verwirren. Scheinbare Fakten setzt er dermaßen wahllos aneinander, dass der Leser vollkommen den Überblick verliert.

Das lässt sich sehr gut anhand von drei Interviews aus den vergangenen Tagen verdeutlichen:

Schauen wir also mal, wie Grubes Nebelkerzen-Strategie in den besagten Interviews funktioniert:

Erstens: Werfen sie mit großen Zahlen um sich, um das Problem klein zu reden!

Deutschlandfunk
Spiegel
Tagesthemen
Grube: [...] denn natürlich gibt es hier keine Entschuldigung. Ich möchte mich aber bei allen Kunden, die diese schlechten Erfahrungen am letzten Wochenende gemacht haben, da entschuldige ich mich für, denn das ist nicht akzeptabel. Da brauchen wir nicht um den heißen Brei herumzureden. Ich sage immer, der Ausfall eines Zuges ist schon ein Zug zu viel.

[...]

Grube: [...] Wir betreiben 255 ICE-Züge, die unterschiedlich, was die Zeit beziehungsweise das Jahr betrifft, wo sie zugelassen worden sind, im Einsatz sind. Insgesamt haben wir 255 Züge.

Grube: [...] Wir haben täglich 252 ICE-Züge im Einsatz und machen 1400 Fahrten am Tag. Wenn Sie nun sehen, dass am Freitag vorvergangener Woche ein ICE 2, am Samstag 16, am Sonntag 7 und am Montag 8 Züge wegen Problemen mit der Klimaanlage ausgefallen sind, dann ist das zwar ein kleiner Prozentsatz und noch kein Notstand auf der Schiene. Aber trotzdem, Sie haben recht: Jeder ausgefallene Zug ist einer zu viel. Und deshalb kann ich mich nur bei unseren Kunden in aller Form entschuldigen. Grube: [...] Ich möchte aber auch anmerken, dass wir jeden Tag 34000 Zugfahrten machen, wir transportieren jeden Tag über fünf Millionen Menschen. Wir haben 253 ICEs, davon 800 Fahrten jeden Tag, und in den letzten 14 Tagen sind 0,32 Prozent ausgefallen. Das rechtfertigt überhaupt nichts und hier hilft auch keine Statistik, und ich sage immer: Jeder Zug, der ausfällt, ist ein Zug zu viel. [...]

Zweitens: Geben Sie dem Klimawandel die Schuld! Möglichst viele Temperaturen nennen!

Deutschlandfunk
Spiegel
Grube: […] Der ICE 1 beispielsweise aus den Anfängen der 90er-Jahre ist zugelassen bei der Klimaanlage von Minus 20 bis Plus 32 Grad. Der ICE 2, der ’95 in Betrieb gegangen ist mit 44 Fahrzeugen, hat auch bei der Klimatemperatur Plus 32 bis Minus 20 Grad. Das heißt nicht, dass sie nicht darüber auch noch arbeiten, aber das ist die genormte regelkonforme Auslegung. Aber bereits der ICE 3 ist schon auf 35 Grad ausgelegt. Der ICE 3, der im nächsten Jahr kommt, ist schon auf 40 Grad ausgelegt. Und der Zug – darf ich das noch ganz kurz sagen -, den wir dann ab 2014 bestellen, ist bereits auf 45 Grad ausgelegt. Sie sehen: wir haben einen Klimawandel, der sich ganz klar reflektiert auch in den Gesetzen, denn es ist ja nicht so, dass die Deutsche Bahn die Normen für eine Klimaanlage festlegt, sondern …

Meurer: Aber der Klimawandel ist jetzt nicht Schuld gewesen?

Grube: Wir beobachten, wir haben natürlich jetzt auch im Zusammenhang mit der Klimaanlage die Wettersituation analysiert und dabei festgestellt, in 20 Jahren gab es fünf Tage, die wärmer als 37 Grad waren, und davon waren allein drei Tage am letzten Wochenende.

Meurer: Aber es reichen ja wärmer als 32 Grad. Wer ist denn auf die Idee gekommen – das war vor Ihrer Zeit; Sie sind ja erst ein gutes Jahr Bahnchef, Herr Grube – zu sagen, 32 Grad sind genug?

Grube: Und zwar: Die Auslegung einer Klimaanlage ist nicht die Angelegenheit des Betreibers, also der Deutschen Bahn, sondern da gibt es eine internationale Eisenbahnnorm, die so genannte UIC, und auch das Eisenbahnbundesamt, und dort werden die Normen festgelegt, wie eine Klimaanlage für einen Zug, der in Deutschland eingesetzt wird, ausgelegt wird. Das ist nicht in den Händen der Deutschen Bahn.
Ich sage Ihnen ganz offen: Wir reflektieren das ja und auch übrigens die Regelwerke, und nicht umsonst ist ja ein Zug, den man zum Beispiel jetzt in den nächsten Jahren auslegt und auch zulässt, nicht auf 32 oder 35 Grad, sondern auf 45 Grad ausgelegt.

SPIEGEL: Zu welchem Ergebnis ist der Krisenstab gekommen? Es hieß, die Klimaanlage sei zu niedrig dimensioniert.

Grube: Die Baureihe wurde Anfang der neunziger Jahre entwickelt, damals waren die Sommer in Deutschland noch nicht so heiß. Seit 1991 gab es beispielsweise in Berlin an fünf Tagen Temperaturen über 37 Grad – zwei Tage davon waren in der letzten Woche. Laut nationaler und internationaler Eisenbahnnorm mussten die Klimaanlagen in unserer geografischen Lage damals nur bis zu Temperaturen von 32 Grad ausgelegt sein, was aber keineswegs heißt, dass die Anlage bei ein paar Grad mehr gleich zusammen- bricht. Die Kühlleistung nimmt dann ab. Heute würde man sagen, die Klimaanlagen müssten größer dimensioniert sein. Wir werden ab November alle 44 ICE 2 generalüberholen. Und uns dann auch die Kühlsysteme nochmals genau ansehen.

SPIEGEL: Und was ist mit dem ICE 3?

Grube: Beim neueren ICE 3 reicht der Funktionsbereich schon bis 35 Grad. Die nächste ICx-Generation, über deren Bestellung wir gerade verhandeln, ist sogar für Temperaturen bis 45 Grad ausgelegt.

Drittens: Stellen Sie sich vor die schwitzenden Mitarbeiter – so vermitteln Sie Teamgeist und Geschlossenheit!

Deutschlandfunk
Spiegel
Tagesthemen
Grube: […] aber ich habe es bisher nicht eine Minute bedauert, diese Aufgabe zu übernehmen, und zwar ganz besonders auch deshalb, weil ich hier Mitarbeiter vorgefunden habe, da muss ich sagen, da würden andere Unternehmen sich die Finger nach lecken. Ich bin stolz auf unsere Mitarbeiter und auf die Führungskräfte. Das motiviert mich jeden Tag wieder. Grube: […] Aber eins sei auch klipp und klar gesagt: Gegen Vorverurteilungen verwahre ich mich ebenso wie gegen eine pauschale Verunglimpfung unseres Zugpersonals. Die machen einen sehr guten Job und genießen meine volle Unterstützung. Grube: […] Aber ich kann auch für unsere Mitarbeiter sagen: Die Mitarbeiter haben hier wirklich eine großartige Aufgabe gemanagt. Und wir sind seit sechs Tagen wirklich wieder stabil. Man sieht – natürlich hat auch das Wetter hier geholfen – aber man sieht, wir haben hier die Themen angepackt und wir haben auch den Betrieb insgesamt wesentlich stabilisieren können.

Viertens: Seien Sie menschlich und bereuen Sie – nobody’s perfect!

Deutschlandfunk
Spiegel
Meurer: Noch mal ganz kurz die Frage, Herr Grube: Schließen Sie aus, dass es am Wochenende wieder zu solchen Szenen kommt wie letztes Wochenende?

Grube: Wir geben uns alle Mühe, dass so etwas nicht vorkommt, aber wenn ich Ihnen heute sage, das kann man völlig ausschließen, dann würde ich lügen, das mache ich auch nicht. Das weiß man nie bei diesen extremen Witterungen. Ich kann nur eines sagen – und das ist mir sehr wichtig: Die Bahn ist nach wie vor das sicherste Verkehrsmittel. Vergleichen Sie das mal mit der Straße, wo knapp in einer Woche 100 Tote kommen. Bei der Bahn gab es glücklicherweise keine tödlichen Unfälle.

SPIEGEL: Können Sie denn ausschließen, dass es in diesem Sommer noch mal zu ähnlichen Szenen wie in der vorvergangenen Woche kommen wird?

Grube: Wenn ich sagen würde, es fällt diesen Sommer nie wieder eine Klimaanlage aus, dann würde ich lügen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir Tag und Nacht arbeiten werden, um die Probleme in den Griff zu kriegen.

Fünftens: Strahlen sie Autorität aus – die Fakten kennen nur Sie!

Deutschlandfunk
Meurer: [...] Herr Grube, die Gewerkschaft der Lokführer sagt, bei den Wartungen wird Geld gespart für den Börsengang. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages, Winfried Hermann, sagt, es wird Geld gespart bei den Wartungen und weniger gewartet. Sie sagen, nein, das stimmt nicht. Wem sollen wir glauben?

Grube: Herr Meurer, ich glaube, ich habe den besten Überblick, was die Zahlen betrifft. [...]

Wenn die Zeitung anrückt: Tipps für Pressesprecher und Medienagenturen

Notizblock, Stift, Pressemappe: Pressegespräche machen niemandem richtig Spaß. Zu den offiziellen Informationsveranstaltungen mit Organsitoren, Initiatoren, Sponsoren und Vertretern erscheinen oft schlecht bezahlte und entsprechend schwach motivierte Honorarschreiber. Vermeintlich wichtige Persönlichkeiten reichen Kaffee und verkünden den “Damen und Herren von der Presse” ihre mehr oder weniger wichtigen Botschaften.

Oft habe ich mich im Lokaljournalismus darüber gewundert, wie wenig Gedanken sich Pressesprecher und Medienagenten über ihre Aufgabe zu machen scheinen. Sie sollen ihre Botschaften möglichst attraktiv an die Journalisten weitergeben, machen dabei aber oft grobe Anfängerfehler. Hier also ein paar gut gemeinte Tipps aus der Sicht eines Berichterstatters.

Die geladenen Gäste: Kompetenz geht vor!

  • Laden Sie nicht zu viele Gesprächspartner ein (maximal vier bis fünf Personen). Es droht Verwirrung und eine endlose Sitzung, von der niemand profitiert. Die aufkommende Langeweile führt zu Verärgerung und Missmut auf beiden Seiten. Falschinformation und Öberflächlichkeit im späteren Bericht sind die Folge.
  • Neue Gesichter bitte, keine altbekannten Repräsentanten. Die sind in der Regel zu unmotiviert und verfransen sich in Nominalfloskeln – statt zum tausendsten Mal den Bürgermeister einzuladen, sollten Sie vielleicht ein Mitglied des städtischen Organisationsteams zu Wort kommen lassen.
  • Unbedingte Kompetenz: Nur Leute einladen, die etwas zu sagen haben oder eine eigene Meinung vertreten. Die bloße physische Anwesenheit einer Reihe von Personen ist kein Grund für einen Pressetermin.

In der Kürze liegt die Würze!

  • Fassen Sie sich kurz! Nur was wirklich neu und relevant ist, interessiert. Wieso eine stadtbekannte Organisation seit 65 Jahren bestimmte gesellschaftspolitische Aufgaben übernimmt, ist nicht zu erwähnen – gute Redakteure haben all das vorab recherchiert oder fragen explizit nach, wenn es von Belang ist.
  • Kommen Sie zum Punkt, ausgiebige Lobhudeleien sind fehl am Platze (“und ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlich der stellvertretenden Bürgermeisterin Frau Dr. Schmidt-Meier für ihr außerordentliches und ehrenamtliches Engagement danken, ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen”). Solche Sätze wird jeder erfahrene Redakteur in voller Länge überhören und dabei auf die Uhr schielen.
  • Stattdessen lieber möglichst genaue Fakten in einer separaten schriftlichen Information nennen – bei Vereinen Mitgliederanzahl, Jahresbeitrag, Gründungsjahr. Bei Firmen Anzahl der Mitarbeiter, Jahresumsatz und Standorte. Ganz wichtig für die Pressemitteilung: Volle Namen und Funktionen der wichtigsten Personen sowie deren genaue Kontaktdaten (Handy-Nummer!). So vermeiden Sie Fehler bei Namensnennungen in der Zeitung und ermöglichen spätere Nachfragen!
  • Nehmen Sie sich Zeit für Fragen. Wer gar nicht erst reden will, scheut sich vor Spontanität und wirkt in der Öffentlichkeit nicht glaubwürdig (einmal wurde ich mit den Worten begrüßt: “Wir wollen in 20 Minuten hier fertig sein, also beeilen Sie sich bitte”). Freuen Sie sich über aufdringliche Journalisten: Je mehr Fragen Sie gestellt bekommen, desto größer wird Ihr Thema in der Zeitung erscheinen.
Quelle: Bjorn de Leeuw, stock.xchng

Quelle: Bjorn de Leeuw, stock.xchng

Lügen und Schleichwerbung sind die falsche PR-Strategie!

  • Seien Sie ehrlich. Wer unpräzise Angaben macht, lädt zur kritischen Gegenfrage ein und kommt am Ende schlechter weg, weil er unglaubwürdig wirkt. Beim Pressetermin zum Richtfest eines Bürogebäudes: Wenn es Verzögerungen beim Bau gegeben hat, geben Sie das lieber gleich zu. Vermeiden Sie auch Superlative, die sich nicht belegen lassen. Später wird in der Zeitung stehen, das Gebäude sei wohlmöglich gar nicht das höchste der Stadt.
  • Keine Schleichwerbung platzieren oder Gesprächsgäste aus Gefälligkeit einladen (“und nun möchte ich das Wort an den Inhaber der bekannten Firma Fliesen-Reinhold geben, Herrn Dieter Reinhold, der die Aktion tatkräftig unterstützt hat und für den diese Spendengala zur festen Tradition geworden ist”). Sponsoren aus der Wirtschaft sind wichtig und werden daher in der Regel auch in voller Länge im Artikel genannt. Sie müssen aber nicht unbedingt beim Pressetermin anwesend sein.
  • Eine Zeitung ist keine Werbeagentur, die sich alles in die Feder diktieren lässt. Ein Firmenchef sagte mir zum Abschied des Pressetermins: “Schreiben Sie mal ne schöne Annonce”. Respektieren Sie bitte die öffentliche Aufgabe der Journalisten, die auch mal kritische Fragen stellen – oder googeln Sie mal das Wort “Journalismus”, bevor Sie bei Gegenfragen die Augen verdrehen oder ausfallend werden. Kostenlose Werbeplatzierungen werden Sie nirgends finden, erst recht nicht in der Zeitung.

Bei Fotos: Bitte nicht nur freundlich lächeln!

Quelle: Gözde Otman, stock.xchng

Quelle: Gözde Otman, stock.xchng

Manchmal möchte der anwesende Pressefotograf seiner beruflichen Pflicht nachkommen. Hier ist folgendes zu beachten:

  • Nehmen Sie sich Zeit für ein gutes Foto – es lohnt sich! Vor der Kamera zu posieren ist manchmal ungewohnt und anstrengend. Die Alternative für Sie ist: Es wird kein Bild abgedruckt und niemand liest den Artikel in der Zeitung.
  • Anschaulichkeit: Erklären Sie am lebenden oder toten Objekt, was sie der Öffentlichkeit zeigen wollen. Ein Gruppenbild mit ein paar bewegungslosen Repräsentanten ist unattraktiv. Wenn der Bürgermeister einen neuen Spielplatz einweiht, sollte er auch mal die Rutsche hinunterrutschen – das ist ungewöhnlich, wirkt menschlich und erzeugt sehr viel Aufmerksamkeit in der Zeitung. Wenn Sie als Verein eine Ehrenplakette verleihen, bringen Sie die Plakette in der Schatulle zum Termin mit. Wenn Sie als Klinik-Direktor über einen Geburtenzuwachs informieren wollen, halten Sie das Pressegespräch doch im Kreissaal ab – da gibt es was zu gucken. Das ist viel besser als ein steriles Besprechungszimmer.
  • Nicht jeder muss aufs Bild. Die wichtigsten Personen und Einrichtungen werden in der Regel im späteren Artikeltext genannt. Und bitte nicht traurig sein, wenn ein anderes Bild in der Zeitung landet als das von Ihnen favorisierte.

Mehr zu diesem Thema im Internet:

  • Storyboard – das Kommunikationsblog – Zehn Dinge, die PR-Leute tun können, um Public Relations neu zu erfinden (19. Mai 2008)
  • Storyboard – das Kommunikationsblog – Was ist eigentlich Qualitäts-PR – und was nicht? (19. Mai 2008)
  • Pädagogischer Austauschdienst – Tipps für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (August 2007)
  • Online-Marketing-Praxis – Wie Sie Pressegespräch und Pressekonferenz optimal nutzen
  • IHK Reutlingen – Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit

  • Buch-Tipp:

  • Deg, Robert: Basiswissen Public Relations. Professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. 2007