Beiträge mit dem Tag ‘fernsehen’

TV-Tipps für Mittwoch: Medien-Magazine und Muttersöhne

Quelle: gerard79, stock.xchng

Quelle: gerard79, stock.xchng

Die Highlights des morgigen TV-Programms häufen sich zu später Stunde. Dokus, Kultur und ein Film-Klassiker - für jede Couch-Potatoe ist etwas dabei.

7.00 Uhr, arte: “Zapping International: Ghana”
Was gucken eigentlich die Leute in fremden Ländern im TV? arte lüftet das Geheimnis und richtet seinen Blick heute nach Ghana.

14.00 Uhr, arte: “Requiem für einen Rohstoff: Öl - Eine endliche Geschichte”
Das Öl ist nach wie vor wichtig, und es könnte demnächst zu ersten Engpässen kommen. Zeit, über Alternativen nachzudenken.

19.20 Uhr, 3sat: “Kulturzeit”
Die tägliche Ladung Feuilleton aus der Röhre.

20.15 Uhr, Kabel 1: “Sonnenallee”
Der Kult-Ossi-Film schlechthin: Ein Jugendlicher schildert seine bewegte Jugend in Ostberlin unter sozialistischer Herrschaft.

21.00 Uhr, NDR: “Menschen und Schlagzeilen”
Das Magazin schaut genauer hin, wenn etwas Aufsehen erregt, und porträtiert die Menschen hinter den Geschichten.

21.15 Uhr, BR: “Kontrovers - Das Politikmagazin”
Heute geht es unter anderem um Politiker, die mit der Feuerwehr in den Urlaub fahren. Skandal!

22.05 Uhr, RBB: “Reportage: Nachtfahrt - Shuttlebus für Süchtige”
Nächtlicher Alltag eines Frankfurter Streetworkers, der den Junkies eine Unterkunft anbietet.

22.15, RTL: “stern TV”
Straßenkinder zum Zweiten: Stern TV schaut unter anderem nach, wie es einem (ehemaligen?) Straßenkind heute geht.

22.30 Uhr, WDR: “Menschen hautnah: Muttersöhne”
Tagestipp: Der WDR zeigt Menschen, die irgendwo zwischen Pubertät und Erwachsenen-Leben stehen geblieben sind und weiterhin daheim bei Mami wohnen - auch wenn deren Lebenszeit sich dem Ende zuneigt.

22.45 Uhr, ARD: “Für Allah und Vaterland: Neue Moscheen in Deutschland”
Deutsche Muslime bauen neue Gotteshäuser - unterstützt vom türkischen Staat. Die ARD befasst sich näher mit dem vielerorts umstrittenen Thema.

23.00 Uhr, NDR: “Zapp”
Das führende Medienmagazin im deutschen Fernsehen wirft heute unter anderem einen kritischen Blick auf die Berichterstattung über Dieter Althaus und klärt auf über gezügelte Meinungsäußerungsfreiheit in deutschen Fußballstadien.

23.15 Uhr, 3sat: “1-2-3 Istanbul”
Reality-Roadmovie über die aberwitzige Tour der Münsteraner Rockband “H-Blockx” quer durch Osteuropa. Erste von insgesamt vier Folgen.

3.00 Uhr, arte: “Briefe an Ahmadinedschad, iranischer Präsident”
Das Meinungsspektrum der iranischen Bevölkerung über ihren international umstrittenen Machthaber ist breiter, als von vielen unterstellt. arte geht der Propaganda des Establishments nach.

TV-Tipps für Dienstag: Europa, Vereinsleben und das Boulevard-Fernsehen

Quelle: H Berends, stock.xchng

Quelle: H Berends, stock.xchng

So genannte Fernsehkritiker ziehen viel zu ausführlich über den täglichen TV-Abfall her, der so viele Worte eigentlich doch gar nicht wert ist. Stattdessen lautet die Frage: Wofür lohnt es sich überhaupt noch, die Glotze einzuschalten? Eine mögliche Antwort darauf geben meine TV-Tipps für Dienstag, den 17. Februar.

10.30 Uhr, arte: “Liebesgrüße nach Moskau - Radio Freies Europa und der Kalte Krieg”
Dass der Rundfunk als Waffe benutzt werden kann, stellte nicht nur Joseph Göbbels richtig fest. Auch im späteren Verlauf der Geschichte diente das Radio als Instrument politischer und ideologischer Kämpfe.

12.30 Uhr, 3sat: “Europamagazin”
Die Sendung wirft unter anderem einen Blick in den Kosovo, nach Italien und in die dunkle Vergangenheit Osteuropas.

18.00 Uhr, 3sat: “ZDF.reportage: Nie allein im Verein! Von roten Rosen und schrägen Vögeln”
Deutschland ist ein Vereinsland. Hunderttausende kicken, kegeln und haben Spaß dabei. Eine Reportage aus dem bürgerlichen Alltag.

19.20 Uhr, 3sat: “Kulturzeit”
Eines der wenigen Kultur-Magazine, die erfrischend bodenständig und trotzdem anspruchsvoll sind.

Ab 21.00 Uhr, arte: Themenabend “Schmerz”
Menschen hautnah vor der Kamera - Einblicke in Situtionen und Lebensabschnitte, die an die Substanz gehen.

21.50 Uhr, ARD: “Plusminus”
Im guten alten Verbrauchermagazin geht es heute unter anderem um Gemüse, das als frisch verkauft wird - aber in Wirklichkeit handelt es sich um Gammelware.

22.15 Uhr, RTL II: “Schicksalsreportage: Zwei Mädchen in einem Körper”
Von einer Sendung mit solch einem Titel erwartet man nur eines: Sensationsjournalismus der untersten Schublade. Dass das Vorurteil gerechtfertigt ist, darf RTL II in dieser Dienstagnacht beweisen.

22.15 Uhr, VOX: “Stern-TV-Reportage: Tausche Brust gegen Bart! Transsexuelle”
Auch dies ist angekündigt wie eine Nummer im menschlichen Skurrilitäts-Zirkus. Interessant ist aber der qualitative Vergleich mit dem konkurrierenden Boulevard-Magazin Spiegel TV im Folgenden.

22.45 Uhr, ProSieben: “comedystreet”
Hochgradig albern und teilweise sinnfrei. Das sollte aber niemanden daran hindern, ab und zu über Simon Gosejohanns Reality-Sketche zu schmunzeln.

23.15 Uhr, VOX: “Spiegel-TV Extra: Das andere Geschlecht - Grenzgänge zwischen Mann und Frau”
Mal sehen, welches der beiden Nachtmagazine den Wettbewerb um eine anschauliche Sexualaufklärung gewinnt - vielleicht scheitern aber auch beide…

Jugendliche Medien in Mainz - und der Blogger mittendrin!

Im ZDF wird gearbeitet: Die Redaktion der "politikorange" hat sich hier breit gemacht.

Im ZDF wird gearbeitet: Die Redaktion der "politikorange" hat sich hier breit gemacht.

Werte Leser, ich grüße euch. Und zwar von den Jugendmedientagen in Mainz, genauer gesagt aus dem Newsroom der Messezeitung politikorange, die in den Räumlichkeiten des ZDF Quartier bezogen hat. Es geht um Fernsehen und bewegte Bilder.

Was geht? Voll Medien, ey!

Mein Schreibstil dürfte euch befremden. Er ist ja jetzt auch fruchtig, frisch, jugendlich. Frische Presse braucht frischen Stil. Hier arbeite ich in der Redaktion eines Periodikums, das eine erstaunliche Tradition hat. Weil mir eine Teilnahme am normalen Programm zu unspektakulär und passiv war, bin ich jetzt Teil eines Team von ambitionierten Ehrenamt-Redakteuren. Darunter Politik- und Publizistik-Studenten. Das ZDF lässt uns alle erdenkllichen Freiräume, sodass sich dieses Medium wirklich unabhängig nennen darf.

Danksagung

Einziges Manko: Die reguläre Unterbringung ist katastrophal. An dieser Stelle möchte ich einem Dortmunder Journalistik-Studentenpärchen danken, das mir auf sehr freundliche Art und Weise Asyl gewährt hat. Ansonsten hätte ich nämlich in einer kalten Turnhalle auf einer millimeterdünnen Isomatte in einem überaus schlecht gefütterten Schlafsack übernachten müssen. Und wieder einmal zeigt sich: Das Dortmunder Journalisten-Netzwerk funktioniert. Freunde in der Not finden sich über den Institutsverteiler. Vielen Dank - ich habe sehr gut auf eurer Couch geschlafen und freue mich schon auf zwei weitere geruhsame Nächte.

P.S.: Meine überaus freundliche Sitznachbarin sowie Redaktionskollegin Susanne möchte an dieser Stelle gegrüßt werden. Gerne komme ich dieser Bitte nach. Liebe Susi, ich grüße dich und danke dir für abwechslungsreiche Kurzkonversationen während der gefürchteten Mittagsdurchhänger!

Web-Extra: “Die leere Dröhnung jeden Tag” - Daily Soaps für die Gebührenzahler

TV-Kritiker Holger Kreymeier teilt das Fernsehprogramm gerne in gut und schlecht ein. Daily Soaps, so befindet er in der Vorschau auf die kommende Folge von “Fernsehkritik.TV“, sind eindeutig schlecht, weil qualitativ billig. Der Gebührenzahler jedoch kommt nicht billig davon, denn auch die Öffentlich-Rechtlichen bringen die täglichen Seifenopern. Ein Aufruf zur Rebellion:

Oliver Pocher mit Negativ-Preis ausgezeichnet: Dreiste Verhöhnung des Fußball-Europameisters

Fernseh-Komödiant Oliver Pocher erhält die diesjährige Trophäe des “Watchdog” - allerdings nicht, weil er besonders gut aufgepasst, sondern weil er sich während einer Fanfeier mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vorbildlich daneben benommen hat. Mit primitiven Fan-Gesängen habe er die spanischen Europameister verhöhnt, sagt das “netzwerk kritischer fernsehzuschauer” (NKF) in seiner Begründung für die Verleihung des “Preises der beleidigten Zuschauer”. Die fernsehkritische Organisation vergibt den Negativ-Preis seit 1989. Welche Verhöhung gemeinst ist, lässt sich anhand eines Video-Mitschnitts der besagten ZDF-Übertragung vom 30. Juni erkennen - sogar Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich später kritisch dazu:

Kein Ausrutscher: Entgleisungen haben bei Pocher Tradition

Es war nicht Pochers erster Ausrutscher. 2005 verklagte eine Zuschauerin den TV-Entertainer, weil er sie während einer Live-Schaltung für die Sendung “Wetten, dass…” beleidigt hatte. Die Frau erstritt 6.000 Euro Schmerzensgeld. Im April dieses Jahres sorgte dann eine öffentliche Schelte Harald Schmidts für Aufsehen. Pocher wurde am Ende der Sendung “Schmidt und Pocher” von Schmidt heftig kritisiert (”kleine, miese Type”), weil er sich einer Gast-Künstlerin gegenüber unhöflich verhalten hatte (ARD, 24. April 2008):

In die Reihe der Entgleisungen gehört auch ein Kommentar von Pocher anlässlich der Comet-Verleihung an den Musiker Mark Medlock, in dem er auf dessen Homosexualität anspielt. Viele Fernsehkritiker stufen die Blödeleien von Oliver Pocher als grenzwertig bis geschmacklos ein. Der Fernsehkritiker Holger Kreymeier führt in seiner Sendung “Fernsehkritik.TV” eine eigene Rubrik namens “Pocher klein mit Hut“, in der er die Fehltritte des TV-Entertainers dokumentiert.

Mehr zu diesem Thema im Internet: