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Archiv der Artikel die mit crossmedia getagged sind.

Heiß und fettig: Big Brother in der Frittenbude

Quelle: Kabel Eins

Quelle: Kabel Eins

Eigentlich müssten sämtliche Reality-TV-Formate bereits ausprobiert worden sein, denkt sich der deutsche Fernsehzuschauer – doch er hat nicht mit Kabel Eins gerechnet. Ab dem 29. September kombiniert der Sender das Beste aus “Big Brother” und “Dittsche“: Rund um die Uhr wird der Alltag in einer Magdeburger Pommesbude dokumentiert. Am späten Nachmittag werden Zusammenfassungen der Tageshighlights dann im TV zu sehen sein (siehe Pressemitteilung).

Livestream im Internet: “Abenteuer Alltag”

Abenteuer Alltag – Imbiss live” heißt die Sendung, von der es vorerst nur zehn halbstündige Ausgaben geben soll. Ein Livestream im Internet sorgt schon jetzt für die 24-stündige Fast-Food-Dröhnung. Acht Kameras fangen die Budenrealität ungeschnitten ein. “Hier ist immer Leben in der Bude!”, ließ man vorab verlauten. Das Konzept stammt vom earth television network, jener Firma, die sich mit “Earth TV” einen Namen gemacht hat und sich bestens mit unkommentiertem Live-Streaming auskennt.

Quelle: WordRidden, flickr.com

Quelle: WordRidden, flickr.com

Die Idee ist nicht neu – schließlich gilt die deutsche Imbissbude als gesellschaftlicher Treffpunkt, wo über Klassengrenzen hinaus schnabuliert werden darf. Die Frittenbude ist der Kummerkasten für das Proletariat und letzter Rückzugsort für Alltagshelden, die nur mal schnell “was in Magen” brauchen. Die Currywurst hat Tradition, ist ein Identifikationsobjekt für den Ruhrpott und Symbol deutscher Bodenständigkeit – sie fasziniert, die Wurst. Seit neuestem dreht man sogar Filme über deren nachkriegszeitliche Bedeutung – im Kino gibt es demnächst “Die Entdeckung der Currywurst” zu sehen.

Erster Eindruck: Fettig schon – aber heiß?

Heißhungrig mache ich den Schnelltest und klinke mich in den Livestream ein. Die Ladezeiten sind passabel und schon sehe ich zwei hübsche Aushilfen, die sich im Thekenbereich unterhalten. “Wir sollen nicht über interne Sachen reden”, sagt die eine zur anderen. “Was meinst du denn?” Dann wird getuschelt – leider kann ich nicht verstehen, um welche Interna es geht. Im Moment jedenfalls ist wenig los. Die Arbeitskräfte wirken nervös und überengagiert – ganz schön aufregend, wenn man die ganze Zeit gefilmt wird. “Müssen wir noch neuen Kartoffelsalat machen?”, will die eine das peinliche Schweigen brechen. Normalerweise würden sich die Damen wahrscheinlich über pikante private Dinge oder die neuesten Gerüchte aus dem Freundeskreis unterhalten – ab heute ist damit leider Schluss. “Ne, da ist noch genug von gestern da.”

"Das wahre Budenleben": Zwei Kundinnen warten auf ihre Currywurst. Quelle: Kabel Eins

"Das wahre Budenleben": Zwei Kundinnen warten auf ihre Currywurst. Quelle: Kabel Eins

Wie im echten Leben: Ernüchternd eintönig

Dann aber tut sich was. Jemand betritt die Bude. Es ist: ein Kunde! Er bestellt was – wie im echten Leben. Es brutzelt der Grill, das heiße Fett gerät in Wallung. Pommes werden verladen. Es quietscht ölig, als die Bedienung “Ketchup und Mayo” durch den Spender zwängt – mjam, guten Appetit. Dann kehrt wieder Ruhe ein – und die Außenkamera zeigt breitschultrige Männer vor der Bude, die an Stehtischen sich die Pommes einverleiben. Echt Alltag. Ein Martinshorn platzt in die gefräßige Stille.

Hier darf man den Menschen beim Essen zuschauen. Nach der fünften Portion Currywurst wird mir langsam “flau”, wie Herbert Grönemeyer in seiner Ode an die Wurst gesungen hat. Es passiert nichts Neues, das Fett brutzelt, der Ketchup-Spender quietscht. Ein Liebespaar füttert sich gegenseitig – wie niedlich. Ich wünsche mir Dittsche im Bademantel, der um die Ecke geschlurft kommt und derbe Sprüche ablässt, über die man wenigstens noch schmunzeln könnte – aber er kommt nicht.

Mehr zu diesem Thema im Internet:

“Debatte 2.0″ bei N24: Netter Plausch statt interaktive Diskussion

Quelle: N24

Quelle: N24

Der Nachrichtensender N24 hat gestern Nacht erstmals seine neue interaktive “Debatte 2.0″ gesendet. In dem neuen Format sollen die Zuschauer das Sagen haben – in selbst gedrehten Web-Videos dürfen sie den Studiogast zur Rede stellen. Günther Beckstein machte eine gute Figur – ansonsten gehört “Debatte 2.0″ leider in die Rubrik “gescheiterte Crossmedia-Versuche”.

Leider nur ausgewählte Wortmeldungen

Die ersten Meldungen lasen sich vielversprechend. Von einem “Polit-Talk interaktiv” war die Rede – “Stellen Sie Günther Beckstein Ihre Frage per Video”. Ich hatte mich auf verwackelte, pixelige Live-Videos gefreut, erhitzte Gemüter und Bürgerpolemik. Alles vergeblich. Denn die Zuschauer mussten ihre Fragen vorab in einen MyVideo-Channel (siehe Screenshot) hochladen und darauf hoffen, dass ihre Wortbeiträge ausgewählt wurden.

Vertretungshalber musste Marc Jungnickel als Moderator für Peter Limbourg einspringen – eine schlechte Wahl, wie sich bald zeigen sollte. “Wir haben seit Wochen Ihre Fragen im Internet gesammelt”, versicherte Jungnickel dem erwartungsvollen TV-Publikum. Schaut man sich das Video-Portal mal genauer an, entdeckt man aber nur 15 Wortbeiträge von interessierten Zuschauern. Das ist keine besonders große Auswahl für eine innovative Sendung.

Der Presseclub: Das nenne ich Debatte. Quelle: Phönix

Der Presseclub: Das nenne ich Debatte. Quelle: Phönix

Verfehltes Konzept: Konservierte Userbeteiligung, null Interaktivität

Und auch das Konzept ist alles andere als interaktiv: Wenn ein Sender aufgezeichnete Videos auswählt und im Studio auf einem Display abspielt, kann kaum von einer Debatte die Rede sein. Jede Radioshow, an der sich Anrufer per Telefon beteiligen können, ist interaktiver – gutes Beispiel dafür ist die Sendung “Nachgefragt” im Anschluss an den wöchentlichen ARD-Presseclub, die auf Phönix und im Radio auf WDR 5 ausgestrahlt wird. Damit der scheinbare Bezug zum Internet nicht ganz außen vor blieb, diente bei N24 ein beigestelltes Notebook als plakative Studiodekoration.

“Jetzt ist der Moment gekommen, da wird Günther Beckstein antworten müssen”, sagt der Moderator und kündigt damit ein knallhartes Verhör an. Was folgt, ist eine nette Plauschrunde: Beckstein geht nicht auf die Fragen der User ein und spult nur seine politischen Programmstatements ab. Eine Zuschauerin fragt, ob Herr Beckstein denn Willy Brandts Kniefall erklären könne – das ignoriert der Gast einfach und nennt erst Minuten später das Stichwort “Überfall auf Polen”.

Ein zahmer Moderator interviewt den Stichwortgeber

Ein viel zu zahmer Moderator führte ein viel zu freundliches Interview. Quelle: N24

Ein viel zu zahmer Moderator führte ein viel zu freundliches Interview. Quelle: N24

Apropos Stichworte: Der freundliche Moderator ist dermaßen zahm, dass der CSU-Politiker minutenlang uneingeschränkt über seine Ansichten referieren darf, anstatt sich rechtfertigen zu müssen. “Sie haben gerade das Biertrinken als Stichwort gegeben”, sagt Jungnickel, lehnt sich zurück und lauscht fasziniert dem Stichwortgeber. Ansonten bringt der Moderator zusätzliche Aspekte ins Gespräch ein und präsentiert sein Allgemeinwissen, widerspricht aber nicht und hakt kaum nach – das ist keine Polit-Debatte, sondern ein gemütliches Palaver. Da wundert es dann auch niemanden mehr, wenn Gast und Journalist gemeinsam abschweifen und sich über überfüllte Oktoberfest-Zelte amüsieren. Später darf Beckstein die einzelnen SPD-Spitzenpolitiker der Reihe nach kritisieren – über Minuten führt er einen Monolog, der nichts Neues transportiert. Wie war nochmal der N24-Slogan – “Wir kommen zur Sache”?

Die Redeanteile des Moderators überwiegen im Vergleich zu den kurzen Videos – kein Wunder bei so wenigen Zuschauerfragen. So wird die interaktive Show zum gewöhnlichen Interview, denn in 30 Minuten Sendezeit kommen nur neun Zuschauer in ihren Video-Schnipseln zu Wort. Zum Gähnen.

Konnte sich ungestört ausprechen: Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein. Quelle: N24

Konnte sich ungestört aussprechen: Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein. Quelle: N24

Fazit: Nichts als leere Worte

Wer eine “Debatte” kurz vor Mitternacht ausstrahlt, rechnet erst gar nicht mit hohen Quoten. Das Interesse der Webnutzer an dem neuen Format tendiert gegen null – in dem Gästebuch zur Sendung gibt es gerade mal neun Einträge. Ende August schrieb ein User: “debatte was heisst das? und wo sind den die leute die mit machen? bis jetzt nur 6 fragen von 6 personen? das is doch keine debatte”. Vollkommen richtig – für die Macher von N24 ist “Web 2.0″ wohl nur ein leeres Modewort. Und es hat auch nichts mit Crossmedia zu tun, wenn eingeschickte Videos im Studio abgespielt werden. Zum Ende der Beckstein-Selbstdarstellung sagt Marc Jungnickel: “Online kann auch was Gutes haben” – was meint er damit bloß?

Mehr zu diesem Thema im Internet:

  • FAZ.net – Medien – Fernsehkritik: Keine Fragen mehr (4. September 2008)
  • Blogpiloten.de – Möchtegern-Debatte 2.0 auf N24 (3. September 2008)
  • netzwertig.com – Politik: N24 und MyVideo wollen Debatte 2.0 (3. September 2008)
  • ring2* – N24 Debatte 2.0 – ein komplementäres Fernsehformat (3. September 2008)
  • Twitter meets newspaper: Die Redaktionen zwitschern sich eins

    Heute hat die Welt Kompakt, meine neue Abozeitung, mit der Nachricht aufgemacht (siehe Foto), sie sei im Netzwerk Twitter die beliebteste Redaktion unter den zwitschernden Newsrooms. Sie beruft sich dabei auf ein Medien-Ranking der Website medienlese.com. Zu dieser “Auszeichnung” gratuliert sogar die Mutterredaktion.

    Für alle Gestrigen: Ein fleißiger Blogger erklärt euch hier, was Twitter ist. Eigentlich lohnt eine Erklärung aber gar nicht, denn dafür ist bei Twitter kein Platz. Twitter ist kurz, schnell, mobil und in jeder Hinsicht unverbindlich – und daher sehr einfach. Und daher recht populär.

    Ja, was zwitschern sie denn?

    Obwohl 857 Tweet-Abonnenten sich für mich nicht gerade nach viel anhören – so viele wollen nämlich wissen, was die Redaktion in Berlin denn so alles daherzwitschert. Zum Beispiel gibt es fünf “Tweets” für den gestrigen Donnerstag. Da verrät ein Jemand am frühen Abend, dass man immer noch keinen Aufmacher für die Titelseite hat. Später sagt dieser Jemand, dass man mit einem Wirtschaftsthema aufmachen und dass es eine Doppelseite über Madonna geben wird. Schließlich steht da: “das twitter-vögelchen prangt auf der 1″.

    Die Message: Dabei sein ist alles. Der Mehrwehrt: Null

    Ich frage mich natürlich: Wo liegt da der Informationswert? Dass Menschen in ihrem Privatleben Twitter benutzen, um das Freundes-Rudel zu organisieren, macht Sinn. Twitter kann sogar für oppositionellen, politischen Widerstand genutzt werden, wie der clevere Twitter-Gründer im Interview erklärt.

    Auch kann sich die Redaktion sagen lassen, sie sei modern. Zur Bestärkung dieses Verdachts lassen sich auch der Handy-Code aus der Printausgabe, das redaktionseigene Video-Blog und die MySpace-Seite des Teams hinzuziehen – alles sehr “up-to-date”. Mehr aber leider auch nicht – redaktioneller Mehrwert gleich null.

    Die Konkurrenz ist etwas besser im Zwitschern

    Wesentlich interessanter finde ich das Twitter-Profil von Titanic, dem absolut weltbesten Satire-Magazin. Denn hier gibt’s nichts zu lesen, sondern es werden nur Weiterleitungen auf aktuellen Content, also echte Informationssubstanz (!), geliefert – Titanic hat nämlich einfach seinen RSS-Feed bei Twitter eingestellt. Das kann man sich mal abonnieren für den Lacher zwischendurch.

    Zeit Online, man höre und staune, hat es mit ihrem toten EM-2008-Tweet auf Platz vier des oben genannten Rankings gebracht – das sagt leider auch etwas über die Relevanz der heutigen Titelseiten-Meldung von Welt Kompakt aus: Die ist nämlich nicht vorhanden. Dafür so viel Platz auf der ersten Seite – sinnlos. Die Redaktion scheint gestern tatsächlich Probleme mit dem Aufmacher gehabt zu haben.

    Crossmedia: Burda-Verlag will Bratpfannen verticken

    “Change or die.” Wer am neuen Medienmarkt überleben will, muss seine Marketingkonzepte drastisch ändern – soweit die Theorie. Doch was Burda-Vorstand Christiane zu Salm gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorgeschlagen hat, klingt richtig innovativ: Die Verlage sollen künftig kein bedrucktes Papier mehr verkaufen, sondern Bratpfannen. Und außerdem sollen sie noch Werbespots drehen.

    Im Labor zischt und brodelt es

    Die Frau hat sich etwas vorgenommen. Nur was, das weiß sie wohl noch nicht so genau, oder sie will es nicht verraten. Als neuer “Vorstand Crossmedia” des Burda-Verlags zu München muss sie experimentieren. Seit vielen Jahren basteln die Verlage in ihren Entwicklungslaboren an einem Ausweg aus der Zeitungsflaute, hin zu neuen, lukrativen Ufern im Internet. Holtzbrinck hat’s probiert mit dem StudiVZ-Aufkauf und dem hippen Nachrichtenportal zoomer. “Wir entwickeln gerade für einen Markenartikler eine neue Community”, sagt zu Salm geheimnisvoll.

    “Vorstand Crossmedia” hört sich nach jemandem an, der aus dem Journalismus kommt oder zumindest mal damit zu tun hatte. Zu diesen Personen gehört die Neue aber nicht. Sie studierte BWL und machte sich als MTV-Geschäftsführerin einen Namen. Dann machte sie aus einem Frauensender die Quizhölle 9Live – das Blatt nennt die Abzockmaschinerie einen “einträglichen Anrufsender”. Eins steht fest: Frau zu Salm ist clever und kann mit Geld umgehen.

    Verlage als Versandhändler – Journalismus adé

    Aber kann sie auch mit Verlagen umgehen? “Journalistisch gestaltete Inhalte sind sehr schwer zu refinanzieren”, sagt sie und meint damit das Internet. Online-Journalismus allein ist nicht lukrativ, weil keiner dafür Geld hergeben will. Und deshalb will sie künftig “Commerce, Inhalt und Monetarisierung zusammenbringen”. Soll heißen: Der Verlag soll in erster Linie nicht Journalismus, sondern Anzeigen und alles Mögliche verkaufen – Beispiel: “Wer dann auf die Homepage von ‘Elle klickt, kann vielleicht eine Designertasche kaufen.” Und wer auf der Homepage eines Burda-Haushaltsblättchens surft, bekommt schwups ‘ne Bratpfanne angedreht.

    So einfach ist das: Christiane zu Salm will “den Leser zum Kunden” machen. Das Burda-Produkt wird quasi Neckermann, Otto, MediaMarkt und Frauenzeitschrift in Einem, und das alles hocheffizient sowie crossmedial.

    Zukunft der Verlage: Werbung über alles – Hautpsache kosumorientiert

    Denn was Crossmedia angeht, so soll die Kraft des Unternehmens künftig in der Werbeproduktion gebündelt werden: Der Verlag soll Print-Anzeigen und Online-Werbespots selbst bereitstellen, sagt Frau Crossmedia. Aufgabe des Medienerzeugnisses hinsichtlich eines beworbenen Produktes soll es sein, “Sehnsucht zu erzeugen, den Konsumenten für das Produkt einzunehmen”.

    Eins steht fest: Ich werde nicht ins Internet gehen, weil man mir auf dem Papier ein tolles Video verspricht. Mich überkommt eher ein schauriges Gefühl bei dem Gedanken, dass Redaktion, Vertrieb und Anzeigen künftig ein Bereich werden sollen. Denn ändert der Konsument (ehemals Leser) seine Vorlieben, muss ich als Journalist plötzlich nicht mehr über Politik und Kultur, sondern über Bratpfannen und Handtaschen texten.

    Mehr zu diesem Thema im Internet:

  • FTD.de – Serie: Die Zukunft der Zeitung
  • taz.de – Dossier: Die Zeitung der Zukunft
  • Welt Online startet interaktives Reise-Voting – ohne Enthusiasmus

    Zwei Reporter, kein Plan und die Web-Community: Nach diesem Prinzip funktioniert die heute gestartete Europareise von Welt Online. Die Besucher des Portals dürfen zweimal täglich abstimmen, wohin die Reise zweier Reporter gehen soll und welche Aufgaben die Protagonisten bewältigen müssen. Ein guter crossmedialer Versuch, denn das Ganze wird natürlich auch für die Printausgabe des Springer-Blattes verwertet. Nur mangelt es dem Projekt an Spritzigkeit und Enthusiasmus.

    Die Verbindung von virtueller Web-Demokratie und realer Reiseplanung klingt erst einmal so interessant, dass ich doch glatt die Zeitung beseite gelegt und mir die Aktion im Web angesehen habe.
    Anscheinend läuft das Voting mit vorgegebenen Wahlmöglichkeiten, die die Redaktion im Voraus bestimmt. Wäre ja auch zu schön zu beobachten, wie die beiden Akteure grandios an der Herausforderung scheitern, binnen eines Tages von Berlin nach Kapstadt zu pilgern. Oder vielleicht an den Nordpol. Dass die User ihren Spaß auch so haben, zeigt das heutige Voting: Die beiden sollen unter freiem Himmel in Hamburg übernachten – die Wettervorhersage prognostiziert leichten Regen und dazu ein frisches Lüftchen.

    Bleibt nur zu hoffen, dass die geschundenen Reporter ein Sonderhonorar für ihren planlosen Einsatz kassieren. Schaut man sich die ersten Einträge im Reise-Videoblog an, sieht es nicht danach aus: Viel zu sachlich, vorbereitet-ausformuliert und teils unbeholfen sprechen die beiden ihre Statements in die Kamera. Urlaubsfreude kommt da überhaupt nicht auf – mit ernsthaften Mienen spielen sie die Ahnungslosen, bleiben dabei aber leider dem steifen Korrespondentenstil treu.


    Lahmes Video-Blog: Gutes Konzept + glanzlose Protagonisten = Langweilig.

    Kein Wunder also, dass sich am heutigen Voting bislang nur gut 100 User beteiligten und sich die Kommentierungswut auch in Grenzen hält. Die Protagonisten sind nicht spritzig genug, man kennt sie nicht – sie sind ja nichtmal lustig. Wären Gülcan und Elton mit von der Partie, wäre vermutlich mehr los. So ist es mir nach einem Tag egal, wohin die Reise durch Europa gehen wird – wenn es auch der Welt gelungen ist, mich auf ihre Internetseite zu locken.