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Praktikumsmappe Cinetech 2 Rheine

Im Februar 2003 habe ich ein zweiwöchiges Schülerpraktikum im Cinetech-Kino 2 in Rheine absolviert. Dies ist die zugehörige Praktikumsmappe, die 24 Seiten umfasst, zahlreiche Fotos und Grafiken enthält und als besonders gelungen eingestuft wurde.

Praktikumsbetrieb:
Kinobetrieb
Cinetech Paffrath GmbH
Cinetech 2 Erlebniskino
Kardinal-Galen-Ring 42
48429 Rheine

Praktikumszeitraum:
17. bis 28. Februar 2003

Titel

Inhaltsverzeichnis

1. Der Betrieb / Beschreibung des Arbeitsplatzes
1.0.1 Allgemeines
1.0.2 Aufgaben
1.0.3 Gebäude
1.1 Beschreibung der Aufgaben und Tätigkeiten in den Arbeitsbereichen
1.1.1 Theaterleitung
1.1.2 Theaterleitungsassistenz
1.1.3 Technische Leitung
1.1.4 Filmtechnik
1.1.5 Kinokasse
1.1.6 Theke
1.1.7 Service
1.1.8 Raumpflege
1.2 Personal
1.2.1 Arbeitskräfte
1.2.2 Arbeitszeiten und Voraussetzungen
1.2.3 Soziale Beziehungen und Kooperation
1.3 Technik
1.3.1 Filmtechnik
1.3.2 Firmeninternes und externes EDV-Netzwerk
1.3.3 Theater-Bestell-System (TBS)
1.3.4 Heizung, Belüftung und Strom
1.3.5 Notfallsystem
1.3.6 Technische Schwierigkeiten
2. Meine Praktikumstätigkeit
2.1 Aufgaben während der Praktikumszeit
2.2 Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten
2.3 Zufriedenheit / Fazit
2.4 Vergleich mit dem Schulalltag

1. Der Betrieb

1.0.1 Allgemeines

Der Betrieb, in dem ich mein Schülerpraktikum abgeleistet habe, heißt Cinetech 2 und ist Bestandteil der Cinetech Paffrath GmbH. Es handelt sich dabei um einen Kinobetrieb, der eins von insgesamt fünf Cinetech-Kinocentern in Ahaus, Gronau, Rheine und Coesfeld darstellt.
Der Betrieb wurde am 14. April 2002 eröffnet und wird von Frank Conermann geleitet.

1.0.2 Aufgaben

Insgesamt besteht die Aufgabe dieses Betriebes darin, dem Kinobesucher einen möglichst angenehmen, komfortablen, unterhaltsamen und sicheren Besuch zu ermöglichen, das heißt:
Alle Räumlichkeiten müssen in einem sauberen, gepflegten Zustand gehalten werden, die Umstände während des Aufenthaltes müssen geordnet und für den Besucher angenehm sein, der Service muss funktionieren, die umfangreiche Technik (Klimaanlage, Beleuchtung, Notfallpläne, Filmprojektion etc.) muss einwandfrei arbeiten.

1.0.3 Gebäude

Das Gebäude des Cinetech 2 besitzt vier Stockwerke:
Im Erdgeschoss befindet sich die Eingangshalle. Über mehrere Treppen gelangt der Besucher in die erste Etage, wo sich im Wesentlichen die Kinokasse sowie die Theke 1 und die Kinosäle 1 und 2 befinden.
In der zweiten Etage liegen der Vorführraum für die Kinos 1 und 2 und das Firmenbüro. Zu diesen Bereichen hat nur das Kinopersonal Zugang. Im den Vorführräumen befinden sich die Projektionsgeräte, mit denen die Filme von Filmrollen abgespielt werden.
Über eine weitere Treppe gelangt der Kinobesucher ins dritte Stockwerk, wo sich die Theke 2, Sitzmöglichkeiten für die Kinogäste sowie die Kinos 3 bis 7 befinden. Der Kinosaal 5 ist mit 326 Sitzplätzen und zwei Rollstuhlplätzen der größte Kinosaal des Cinetech 2.

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Kinosaal 5.

Der Vorführraum für die Kinos 3 bis 7 befindet sich in der vierten Etage, zu dem ebenfalls nur das Personal des Cinetech 2 Zugang hat.
Die Stockwerke 1 und 3 sind für die Kinobesucher auch mit einem Aufzug zu erreichen – um mit dem Aufzug ins zweite und vierte Stockwerk zu gelangen, wird ein Schlüssel benötigt, den nur die Theaterleitung und die technische Leitung besitzen.
Die genaue Lage der verschiedenen Gebäudebereiche in der ersten und dritten Etage zeigen die folgenden groben Gebäudeskizzen.

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Gebäudeskizze des ersten Obergeschosses.

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Gebäudeskizze des dritten Obergeschosses.

1.1 Beschreibung der Aufgaben und Tätigkeiten in den Arbeitsbereichen

1.1.1 Theaterleitung

Die Aufgabe der Theaterleitung, dem Hauptverantwortlichen des Kinobetriebes, besteht darin, die Organisation und Verwaltung für den gesamten Betrieb zu übernehmen: Die Theaterleitung ist unter anderem für die Bereiche Einstellung und Bezahlung des Personals, Technik (hierbei wird er unterstützt vom technischen Leiter) und Finanzen verantwortlich. Der Theaterleiter muss dafür sorgen, dass der von ihm geleitete Betrieb geordnet arbeitet und korrekt verwaltet wird.
Eine Aufgabe der Theaterleitung ist die Bestellung von Filmen, die im Cinetech 2 gezeigt werden sollen:
Zunächst informiert sich der Theaterleiter mit Hilfe einer Liste der bundesweit anlaufenden Kinofilme, die die Filme bereits circa sechs Monate im Voraus ankündigt, über das Angebot. Diese Bundesliste kann man sich im Internet anschauen und ausdrucken lassen. Sie gibt auch Auskunft über die jeweilige Spiellänge des Filmes und den Filmverleih, der die Filmkopien zur Verfügung stellt. Zu den bekanntesten Filmverleihen gehören Warner Brothers, Fox und United International Pictures (UIP).
Der Theaterleiter legt nun in Absprache mit dem Cinetech 1 in Rheine fest, welche Filme für den Kinobetrieb bestellt werden sollen. Anschließend wird der zuständige Film-Disponent verständigt. Er überprüft, ob die gewünschten Filme verfügbar sind und übernimmt ihre Bestellung bei den Filmverleihen. Die Filmkopien werden schließlich aus dem Filmlager Düsseldorf angeliefert.
Oft ist es nicht einfach, einen Film von den Verleihen zur Verfügung gestellt zu bekommen, da die Zahl der bundesweiten Filmkopien begrenzt ist. Vom Film “Good Bye Lenin” zum Beispiel sind in Deutschland nur 80 Kopien ausgegeben worden. So musste das Cinetech 1 in Rheine zwei Wochen auf seine Filmkopie warten, da bei geringer Kopienanzahl grundsätzlich Kinobetriebe in Großstädten zuerst beliefert werden.
Einen bestimmten Anteil des Verkaufspreises der Kinokarten erhält immer der Filmverleih, der dem Kino den jeweiligen Film zur Verfügung gestellt hat. So kann es vorkommen, dass bis zu 50 Prozent der Einnahmen an der Kasse an die Filmverleihe gehen!

Eine weitere Aufgabe der Theaterleitung ist die Verwaltung der Kinowerbung:
Man unterscheidet bei der Kinowerbung zwischen Filmtrailern und so genannter Pflichtwerbung. Die Trailer, die Werbung für kommende Filme darstellen, bekommt der Kinobetrieb regelmäßig von den Filmverleihen geliefert. Das Zeigen von solchen Trailern ist für die Kinobetriebe freiwillig.
Anders ist das bei der Pflichtwerbung: Hier verpflichtet sich der Kinobetrieb, bestimmte Werbespots vor den Hauptvorstellungen zu zeigen und erhält dafür von den jeweiligen Firmen – z.B. Volksbank oder Frankenheim Brauerei – Provisionen.
Die Pflichtwerbung wird den Betrieben von der Kinowerbeagentur zur Verfügung gestellt und jeden Montag schriftlich neu disponiert.

Die Theaterleitung ist auch für die Bestellung von ständig benötigten Waren und deren zeitgerechte Anlieferung durch verschiedene Firmen verantwortlich. So werden unter anderem regelmäßig Eis- und Tabakwaren sowie eine Vielzahl an Snacks, Süßwaren und Getränken angeliefert. Die umfangreiche Ausstattung mit Filmplakaten und Werbestellwänden wird von den jeweiligen Filmverleihen übernommen.

Sicherlich ist die Theaterleitung die Position im Betrieb, die die höchsten Ansprüche stellt, denn letztlich hat allein der Theaterleiter Sorge dafür zu tragen, dass der Betrieb all seine Aufgaben korrekt erfüllt. Alle Arbeitsbereiche des Betriebes müssen von ihm organisiert und koordiniert werden.

1.1.2 Theaterleitungsassistenz

Die Theaterleitungsassistentin, die sich derzeit noch in der Ausbildung befindet, unterstützt den Theaterleiter in seiner Tätigkeit als Verantwortlicher für den Betrieb und vertritt ihn, wenn dieser nicht im Hause ist. Die Aufgaben der Assistentin sind jedoch gegenüber den Aufgaben der Theaterleitung etwas eingeschränkt.

1.1.3 Technische Leitung

Der technische Leiter muss dafür Sorgen, dass die Technik im Kino möglichst gut und ohne Störungen funktioniert. Er ist außerdem als Filmvorführer tätig. Alle technischen Probleme müssen von ihm erkannt und umgehend (wenn nötig mit Hilfe von Reparaturfirmen) behoben werden. Näheres zur umfangreichen Technik des Cinetech 2 lässt sich im Kapitel 1.3 nachlesen.

1.1.4 Filmtechnik

Als Filmtechniker ist man für den Bereich Filmvorführung verantwortlich. Der Filmtechniker muss dafür sorgen, dass die in den Kinosälen gezeigten Filme möglichst pünktlich und problemlos abgespielt werden. Das geschieht in den beiden Vorführräumen, die sich im zweiten und vierten Stockwerk befinden.
Die Filmbänder werden von großen Filmrollen abgewickelt und im Projektor, der den Film auf die Leinwand im Kinosaal projiziert, abgespielt. Neben dem korrekten Einlegen eines Filmes sind zusätzlich auch das Scharfstellen des Bildes und die richtige Formateinstellung zu beachten (mehr dazu im Kapitel 1.3.1).

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Der Arbeitsbereich des Filmtechnikers: Hier der Vorführraum in der vierten Etage.

Der Filmtechniker muss mit der Handhabung und Reparatur der Geräte vertraut sein und Störungen vor und während der Filmvorführung umgehend beheben. Das können zum Beispiel Ton- oder Bildstörungen sein, die vom Filmtechniker oft unter großem Zeitdruck beseitigt werden.

Die Filme werden von den Filmverleihen in so genannten Akten geliefert. Akte sind einzelne Abschnitte des Filmbandes, die zunächst vom Filmtechniker zusammengesetzt werden. Zusätzlich wird meistens auch die separat gelieferte Werbung vor den Hauptfilm gesetzt. Das Zusammensetzen der Filmabschnitte wird mit Hilfe eines Tackergerätes durchgeführt.
Wenn vor dem Hauptfilm keine Pflichtwerbung gezeigt wird, kann der Filmtechniker, wie er mir sagte, kurzfristig je nach Tageszeit und Publikum entscheiden, ob er Werbung zeigt oder nicht. Wenn sich viele Besucher den Film ansehen, wird die Filmrolle von Anfang an abgespult. Sitzen jedoch kleine Kinder im Kino oder sind kaum Plätze besetzt, wird in der Regel die Filmrolle bis zum Beginn des Hauptfilmes vorgespult, so dass die Werbung wegfällt. Dies ist auch der Fall, wenn der Film aufgrund von technischen Schwierigkeiten erst verspätet gezeigt werden kann.
Der Filmtechniker muss sich bei seiner Arbeit konzentrieren und den Zeitplan einhalten, denn er ist dafür verantwortlich, dass den Besuchern in allen sieben Kinos die Filme störungsfrei und pünktlich gezeigt werden.

1.1.5 Kinokasse

Die Kinokasse ist für den Verkauf von Kinokarten, die Kartenreservierung und die Information der Besucher zuständig. Zum Kartenverkauf wird ein Computerprogramm benutzt. Mit Hilfe dieses Programms lässt sich genau festlegen, welche Sitzplätze die Besucher im Kino zugewiesen bekommen. Es gibt außerdem Auskunft über bereits belegte und gesperrte Plätze – man kann sich also als Kinobesucher direkt am Bildschirm einen Platz aussuchen. Nachdem die Sitzplätze festgelegt wurden, werden die Kinokarten ausgedruckt. Auf jeder Karte sind der Beginn des Filmes, sein Name sowie die Reihe und der Sitzplatz angegeben.

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Die Kinokasse.

Bei der Kartenreservierung, die persönlich an der Kasse oder telefonisch durchgeführt wird und ebenfalls mit Hilfe des Computerprogramms funktioniert, wird dem Besucher eine Reservierungsnummer genannt. Wenn der Besucher dann seine Karte an der Kasse abholt, muss er zuerst seine Reservierungsnummer nennen, bevor seine Karte ausgedruckt wird.
Da die zwei Computer, von denen aus die Kinokarten verkauft und reserviert werden, an das firmeninterne EDV-Netzwerk angeschlossen sind, wird jede verkaufte Karte protokolliert und auf dem Zentralrechner (Firmenserver) gespeichert. Jede Karte besitzt eine einmalige Kennziffer, die sich auch auf dem Ausdruck befindet. So lässt sich jeder Kartenverkauf ständig überprüfen, auch wenn er bereits Monate zurückliegt. Diese Daten werden ebenfalls für die Erstellung von Statistiken verwendet (mehr dazu im Kapitel 1.3.2).
Beim Kartenverkauf ist der Kinobetrieb an feste Vorschriften gebunden: Er darf keinem Besucher, der noch nicht das laut Altersbeschränkung (FSK) vorgeschriebene Mindestalter für den jeweiligen Film erreicht hat, eine Karte verkaufen. Lässt sich ein Verstoß gegen diese Vorschriften nachweisen, wird der Betrieb zu einer Geldstrafe von rund 10.000 Euro verurteilt, teilte mir der Theaterleitung Herr Conermannn mit. Überdies werden regelmäßig unangekündigte Kontrollen von den Behörden durchgeführt – dabei überprüft ein Beauftragter das Alter des Publikums in einer Kinovorstellung.
An der Kinokasse können Kinogutscheine wahlweise im Wert von sieben oder fünfzehn Euro erworben werden. Dies kann jedoch nur persönlich vor Ort geschehen. Zunächst werden die Freikarten ausgedruckt, wobei ihre Beschriftung offen lässt, für welchen Film sie gültig sind. Anschließend wird jede Karte mit einem Gutschein mit dem Stempel des Cinetech 2 versehen. Die Kinogutscheine sind für alle Cinetech-Filialen gültig.
An der Kinokasse können sich die Kinobesucher über das aktuelle Kinoprogramm und die Spielzeiten informieren. An der Kinokasse liegen außerdem stets ein Programmprospekt aller Cinetech-Filialen und das aktuelle Kinomagazin des Cinetech kostenlos zum Mitnehmen aus.

1.1.6 Theke

An der Theke werden dem Kinobesucher Getränke und Snacks angeboten. Das Thekenpersonal ist für den Verkauf dieser Waren, der ebenfalls mit Hilfe des Computers geschieht, und die Pflege des Thekenbereichs verantwortlich. Das Cinetech 2 besitzt jeweils eine Theke in der ersten und dritten Etage.

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Theke 1 in der ersten Etage.

Alle angebotenen Waren müssen in ausreichender Menge vorhanden sein – Süßwaren, Chips und andere Snacks sowie Popkorn. Zur Herstellung von Popkorn wird die Popkornmaschine, die sich im ersten Stockwerk befindet, vom Thekenpersonal benutzt. Die alkoholischen und alkoholfreien Getränke werden an den Theken frisch gezapft. Das Thekenpersonal stellt auch die Warenbestellungen, die von den Besuchern in den Kinos per TBS (siehe Kapitel 1.3.3) bestellt werden, zusammen, bevor diese von den Servicekräften in die Kinosäle gebracht werden. Dabei ist das Personal an Theke 1 für die Kinos 1 und 2 und das Personal an Theke 2 für die Kinos 3 bis 7 zuständig.

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Die zweite Theke in der dritten Etage.

1.1.7 Service

Die Servicekräfte haben die Aufgabe der Raumpflege der Kinosäle und sind für die Lieferung der von den Besuchern bestellten Waren in die Kinos verantwortlich.
Alle Kinosäle müssen von ihnen regelmäßig gründlich gereinigt werden, denn nach mehreren Vorstellungen sammeln sich vor allem erhebliche Mengen an Popkornresten unter den Sitzen. Die Raumpflegerinnen unterstützen die Servicekräfte dabei. Natürlich ist diese Aufgabe bei den Servicekräften nicht besonders beliebt, aber sie muss zügig getan werden.
Das Liefern der bestellten Waren in die Kinos funktioniert so, dass das Thekenpersonal die eingehenden Bestellungen entgegennimmt und zusammenstellt. Anschließend werden die Bestellungen in eine Tragekiste gestellt. Die Servicekräfte haben nun die Aufgabe, mit den Waren in die jeweiligen Kinosäle zu gehen und den Besuchern ihre Waren direkt am Platz zu verkaufen. Wie an allen Kassen des Cinetech 2 wird dabei in bar bezahlt, weshalb sich immer genügend Wechselgeld in den vom Betrieb zur Verfügung gestellten Portmonees der Servicekräfte befinden muss. Das Wechselgeld bekommen die Servicekräfte je nach Bedarf vom Thekenpersonal ausgezahlt.
Da es in den Kinos während der Vorstellung dunkel ist, bleibt die Tischbeleuchtung (siehe Kapitel 1.3.4) eingeschaltet. Zusätzlich zeigen beleuchtete Nummern, die sich auf dem Boden befinden, die jeweiligen Reihenzahlen an, damit die Servicekräfte sich orientieren können. Mehr zu der Anordnung der Sitzplätze in den Kinos und zum Theater-Bestell-System (TBS) im Kapitel 1.3.3.
Als eine weitere Aufgabe der Servicekräfte lässt sich der so genannte Kartenabriss nennen: Vor den Vorstellungen wird, bevor die Besucher in die Kinos gelangen dürfen, der untere Abschnitt der Kinokarte abgerissen. Erst danach dürfen die Kinobesucher die jeweiligen Kinosäle betreten.

1.1.8 Raumpflege

Das Cinetech 2 beschäftigt Raumpflegerinnen, die täglich vor dem Beginn der ersten Vorstellungen das Gebäude reinigen. Zu ihren Arbeitsbereichen gehören die Kinosäle, die großen Flure und Treppenhäuser, die beiden Theken und die Toiletten. Die Raumpflegerinnen müssen zeitgerecht arbeiten und ihre Arbeit bis etwa 16.00 Uhr erledigt haben, wenn die ersten Kinobesucher kommen.

1.2 Personal

1.2.1 Arbeitskräfte

Das Cinetech 2 beschäftigte während meiner Praktikumszeit insgesamt 28 Arbeitskräfte. Diese sind wie folgt in den im Kapitel 1.1 beschriebenen Arbeitsbereichen vertreten:

1 Theaterleiter
1 Theaterleitungsassistentin (in Ausbildung)
1 technischer Leiter
1 Filmtechniker (in Ausbildung)
1 Aushilfsarbeiter
Kinokasse: 2 Mitarbeiter
Theke: 6 Mitarbeiter
Service: 12 Mitarbeiter
Raumpflege: 3 Mitarbeiter

Zum Aushilfsarbeiter lässt sich sagen, dass er zum Einsatz kommt, wenn Personal kurzfristig ausfällt oder es zusätzlichen Arbeitsbedarf gibt. Er arbeitet je nach Bedarf an der Theke oder als Filmtechniker.
Die oben genannten Mitarbeiter an der Kinokasse und der Theke sowie die zwölf Servicekräfte, die sich größtenteils etwa in meinem Alter befinden und noch zur Schule gehen, arbeiten nie alle gleichzeitig, sondern an verschiedenen Wochentagen. Meistens sind ein Kassenmitarbeiter, zwei Thekenmitarbeiter und nicht mehr als vier Servicekräfte im Haus. In diesen Arbeitsbereichen sind die Arbeitszeiten auch flexibler als in den übrigen.
Das Cinetech 2 ist ein anerkannter Ausbildungsbetrieb und hat zurzeit zwei Auszubildende angestellt, die in den Bereichen Theaterleitungsassistenz und Filmtechnik vertreten sind. Während meines Praktikums zeigte mir der Auszubildende in der Filmtechnik ausführlich die Arbeit als Filmtechniker und seine Aufgaben während der Ausbildung (siehe Kapitel 2.1).

1.2.2 Arbeitszeiten und Voraussetzungen

Nur der Theaterleiter und der technische Leiter haben im Cinetech 2 eine Vollzeitbeschäftigung. Die Arbeitskräfte in den Arbeitsbereichen Kinokasse, Theke, Service und Raumpflege sowie die Auszubildenden sind halbzeitig beschäftigt – das bedeutet, dass sie etwa von 15.00 Uhr bis 23.00 Uhr arbeiten. Die Arbeitszeiten und Arbeitstage in diesen Bereichen sind jedoch nach Absprache mit dem Theaterleiter beweglich.

Um Theaterleiter zu werden, muss man eine Ausbildung zum “Kaufmann in visueller Mediengestaltung” sowie eine Reihe weiterer Zusatzschulungen absolviert haben.
Für die Tätigkeit als Filmtechniker wird eine Ausbildung benötigt, die meistens als freiwillige Weiterbildung angeboten wird und aus drei Kursen besteht: Im Grundkurs A werden die Grundlagen der Filmtechnik vermittelt, im Kurs B wird man speziell in der Kinotechnik und dem Umgang mit den Arbeitsgeräten (zum Beispiel Filmprojektoren) geschult und Kurs C stellt eine erweiterte abschließende Fortbildung dar.

Um in den übrigen Bereichen arbeiten zu können, muss man mindestens 16 Jahre alt sein und sollte die zehnte Klasse abgeschlossen haben.
Außerdem sollte man über Verlässlichkeit und Lernfähigkeit verfügen und seine Aufgaben gezielt, zügig und konzentriert erfüllen. Es werden in diesen Arbeitsbereichen keine weiteren Anforderungen an das Personal gestellt.

1.2.3 Soziale Beziehungen und Kooperation

Einer der ersten Eindrücke meines Praktikums war das gute, fast freundschaftliche Arbeitsklima im Cinetech 2.
Alle Mitarbeiter wussten genau was sie zu tun hatten, unterhielten sich nach getaner Arbeit oft gelassen mit dem Theaterleiter Herrn Conermann und scherzten herum. Eigentlich habe ich während meiner Praktikumszeit nicht erlebt, dass es wirklichen Ärger oder Streitigkeiten unter den Mitarbeitern gab. Auch bei der Kooperation untereinander ist mir nichts Negatives aufgefallen – wenn jemand zum Beispiel aufgefordert wurde, zwischendurch bei der etwas unbeliebten Raumpflege oder in den anderen Arbeitsbereichen mit- oder auszuhelfen, so hat er dies unverzüglich ohne seinen Unmut zu äußern getan.
Die Mitarbeiter konnten mit dem Theaterleiter immer ehrlich über vereinzelte Änderungen der Arbeitszeiten diskutieren und oft Kompromisse aushandeln. Äußerst bemerkenswert fand ich, dass täglich Freunde des Personals oder ehemalige Mitarbeiter zu Besuch kamen und viel Zeit im Cinetech 2 verbrachten, um dem Personal den manchmal etwas abwechslungsarmen Arbeitsalltag zu verschönern. Manche Mitarbeiter kamen sogar freiwillig außerhalb ihrer Arbeitszeit ins Kino, unterhielten sich mit ihren Kollegen und teilten so viel Zeit mit ihnen. Diese Tatsache, die ich sonst noch an keiner anderen Arbeitsstelle beobachtet habe, scheint aus der freundlichen Atmosphäre im Arbeitsverhältnis zu resultieren.
So schlug mir Herr Conermann zum Abschluss meines Praktikums auch vor, noch mal “vorbeizuschauen” und die fertige Praktikumsmappe mitzubringen.

1.3 Technik

1.3.1 Filmtechnik

Unter Filmtechnik versteht man die Geräte, die benötigt werden, um eine Filmvorstellung durchzuführen. Dazu gehören der Filmprojektor und die zugehörigen Spulen sowie die Tonsteuerung. Diese Technik befindet sich im Cinetech 2 in den Etagen 2 und 4 in den so genannten Vorführräumen.

Zunächst werden die Filmrollen, die jeweils etwa 20 Kilogramm wiegen, auf den Spulgeräten befestigt. Wenn der Film vorher bereits gezeigt und danach nicht wieder zurückgespult wurde, wird die Filmrolle auf die obere Befestigung gesetzt und das Filmband wird anschließend auf eine leere Rolle übertragen. So befindet sich das Filmband wieder in der richtigen Reihenfolge. Vergisst man diesen Schritt und spielt das Filmband in falscher Reihenfolge ab, werden Film und Ton rückwärts abgespielt und die Vorstellung beginnt mit dem Abspann des Filmes (zum Glück ist dieses Missgeschick erst sehr selten vorgekommen).

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Das Filmband wird von der oberen auf die untere Rolle gespult.

Danach wird die obere Spule abgenommen und durch die Rolle mit dem Film ersetzt. Bevor das Band nun in den Projektor gelangt, läuft es zunächst über eine lose Rolle, was den Kraftaufwand für die Maschine verringert (siehe Foto). Über weitere Rollen verläuft das Band nun in den Projektor und muss mit der Hand durch eine Reihe von transportierenden Zahnrädern und vielen anderen Rädchen geführt werden (so genanntes Einlegen).

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Der Film gelangt über eine Reihe von Rollen in den Projektor.

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Projektor mit eingelegtem Film.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich als kleines Kind einmal im Kino saß und der Film gerissen ist. Ein Filmriss ist heutzutage aber äußerst unwahrscheinlich, da das Material sehr strapazierfähig ist, erklärte mir der technische Leiter.

Die Beleuchtung im Kino lässt sich auch vom Vorführraum aus steuern. Bevor die Vorführung gestartet wird, muss zunächst die Saalbeleuchtung ausgeschaltet werden. Sobald nach Ende des Hauptfilms der Abspann beginnt, wird die Beleuchtung wieder eingeschaltet. Meistens bleiben die Kinosäle auch zwischen den Vorführungen für das Personal erleuchtet.

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Mit den Knöpfen über dem Projektionsfenster lässt sich die Beleuchtung steuern. Oben links ist ein Projektorobjektiv zu sehen.

Es gibt die Filmformate Breitwand und CS. Bei Verwendung des Breitwand-Formats füllt das projizierte Bild nicht die gesamte Leinwand aus, sondern lässt rechts und links zwei gleichbreite Ränder. Dieses Format wird häufig bei Filmtrailern verwendet.
Das Filmformat CS ist bei den meisten Spielfilmen üblich, da es die gesamte Leinwand ausfüllt und dem Film so das charakteristische längliche Format gibt.
Bei der Filmvorführung spielen diese Formate eine zentrale Rolle, denn je nach Format müssen verschiedene Objektive vor die Projektorblende gesetzt werden. Das Licht der Blende verläuft durch die Objektivlinse und diese wirft das Bild durch ein schmales Projektionsfenster, das man sich in der hinteren Wand des Kinosaales befindet, auf die Leinwand.
Zusätzlich muss, sobald sich das Format ändert, der so genannte Schlitten gewechselt werden. Dieser Schlitten ist eine längliche kleine Metallschiene mit einem Loch in der Mitte. Er wird direkt vor die Projektorblende gesetzt und schränkt das Belichtungsfeld der Blende je nach Größe des Lochs ein. Der Schlitten für das CS-Format besitzt ein größeres Loch als der Breitwand-Schlitten, da hierbei die gesamte Leinwand belichtet wird.
Manchmal müssen, nachdem die Werbung gezeigt wurde, das Objektiv und der Schlitten für das Format im Hauptfilm gewechselt werden, was natürlich lästig ist – doch wenn man dies vergisst, wird der Hauptfilm verzerrt bzw. gequetscht dargestellt, was für den Zuschauer eine Zumutung wäre.

Auch das Scharfstellen des Bildes muss mit Hilfe eines kleinen Rädchens manuell vorgenommen werden. Vergisst man diesen letzten Schritt, wird das Bild oftmals sehr unscharf und verschwommen dargestellt.

Der Ton, der parallel zum Film zu hören ist, befindet sich auf dem Filmband. Diese analoge Tonspur wird Projektor erkannt und anschließend von einem Audiosystem im Kino wiedergegeben.

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Eine Ausnahme macht da Kino 6: Hier wird ein Digitalcode, der sich auf dem Filmband befindet, von einem Lasergerät abgetastet. Die gelesenen Daten werden an einen CD-Spieler übermittelt, der den zugehörigen Ton von speziellen Audio-CDs abspielt. Dieses moderne Audiosystem nennt sich dts und verfügt über eine sehr gute digitale Tonqualität. Die dts-CDs, die nur von speziellen Lesegeräten (siehe Foto) abgespielt werden können, bekommt der Kinobetrieb von den Filmverleihen zur Verfügung gestellt.
Leider sind jedoch in meiner Praktikumszeit im Kino 6 während der Vorführungen mehrmals Tonstörungen aufgetreten (mehr dazu im Kapitel 1.3.6).

1.3.2 Firmeninternes und externes EDV-Netzwerk

Das Cinetech 2 besitzt ein firmeninternes EDV-Netzwerk. Alle Computer des Betriebes sind an einen Zentralrechner (Server), der ununterbrochen in Betrieb ist, angeschlossen und geben ständig Informationen an ihn weiter. Dieser Server befindet sich in einem separatem Serverraum in der zweiten Etage. Die Temperatur in diesem Raum wird konstant kühl gehalten, um eine Überhitzung des Rechners zu vermeiden. Bei einem Ausfall des Servers, so erklärte mir Herr Conermann, würde der Großteil der Technik im gesamten Kinocenter ausfallen, so dass normale Vorstellungen unmöglich wären – es könnten zum Beispiel keine Karten an der Kasse oder Waren an den Theken verkauft werden.

Auf dem Zentralrechner wird zum Beispiel genau festgehalten, wie viele Karten verkauft bzw. reserviert, welche Waren an den Theken verkauft und welche Bestellungen per TBS abgewickelt wurden. Auf diese Weise ist eine sehr genaue Kontrolle der Einnahmen des Betriebes möglich, so dass sich jederzeit präzise Statistiken über die Besucherzahlen, die Einnahmen und deren Schwankungen erstellen und einsehen lassen.

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Die Fidis in der Eingangshalle und über den Eingängen zu Kino 3 und 4.

Auch lassen sich über einen separaten Rechner die so genannten Fidis steuern. Das sind die Bilder, die auf den vielen Fernsehbildschirmen in der Eingangshalle, an der Kasse und über jedem Kinosaal angezeigt werden. In das Programm “WinFidi” werden zunächst die aktuellen Filme, ihre Vorstellungszeiten, deren Altersbeschränkung und Spiellänge eingetragen. Es existiert auf einem Kassenrechner ein Windows-Dateienverzeichnis, in welchem die zugehörigen Titelbilder der Filme als einfache Grafikdateien (z.B. JPEG- oder Bitmap-Format) abgelegt werden. Auf den Monitoren sind dann die entsprechenden Grafikdateien zusätzlich zu den oben genannten Filmbeschreibungen zu sehen.

Auch die Steuerung der Musik, die in den Kinosälen zu hören ist, übernimmt ein großer Rechner, der sich im Verwaltungsraum befindet. Über diesen Rechner lassen sich zum Beispiel die Musik und die Lautstärke regulieren.

Der Zentralrechner des Cinetech 2 ist ebenfalls mit dem Server des Cinetech 1 in Rheine verbunden. Dadurch können die Theaterleiter dieser Kinos auch auf die “benachbarten” Rechner zugreifen.
Dabei ist der Datenschutz auf allen Rechnern des Cinetech durch strenge Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet. Um an einem der Rechner, die an das interne oder externe EDV-Netzwerk angeschlossen sind, arbeiten zu können, sind eine Reihe von Passworteingaben nötig. Um zum Beispiel Zugriff auf das Internet oder speziell geschützte Datenbereiche zu bekommen, müssen erst diverse Passwörter für viele Windows-Sicherheitsprogramme (so genannte Firewalls) eingegeben und vom Computer bestätigt werden. Im Cinetech 2 kennt ausschließlich der Theaterleiter diese Zugangsdaten.

1.3.3 Theater-Bestell-System (TBS)

Das Cinetech 2 verfügt über ein so genanntes Theater-Bestell-System, das den Besuchern ermöglicht, sich Getränke, Snacks und Süßwaren direkt an den Sitzplatz zu bestellen.

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In jedem Kinosaal befindet sich hierzu für je drei Sitzplätze ein Bestellterminal (siehe Foto), der mit einer eine Liste aller möglichen Waren mit zugewiesenen Nummern beschriftet ist. Um eine Bestellung in Auftrag zu geben, tippt der Besucher über ein Zahlenfeld die Nummer des jeweiligen Angebots, die auf einem kleinen Display angezeigt wird, ein und drückt die Bestätigungstaste. Um weitere Waren zu bestellen, wird dieser Vorgang wiederholt.
Die Terminals besitzen eigene Funktionstreiber, die sich in dem Raum unterhalb der Sitztribüne befinden. Diesen Begriff kannte ich sonst nur vom Computer und war erstaunt, als Herr Conermann einen Defekt der Terminalbeleuchtung mit fehlerhaften Treibern begründete.

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An den Theken 1 und 2 werden nun die eingehenden Bestellungen angenommen. Dabei werden die Bestellungen der Kinos 1 und 2 an Theke 1 und die Bestellungen aus den Kinos 3 bis 7 an Theke 2 geleitet.

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Über einen Bildschirm (siehe Foto) bekommt das Personal sofort mitgeteilt, wenn eine Bestellung eingeht. Zusätzlich wird ein Bon von einem kleinen Drucker ausgedruckt, der alle Informationen der Bestellung enthält (siehe Erläuterung). Die verwendete Computersoftware wurde eigens für die Cinetech-Kinocenters entwickelt.

Was steht auf dem Bestellbon?

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Von diesem ausgedruckten Bestellbon lässt sich also ablesen, dass am 25.02.2003 um 20.42 Uhr eine Bestellung über insgesamt 14,00 Euro eingegangen ist. Der Besucher befand sich in Kino 7 in der dritten Reihe von Block B und bestellte vom zweiten Terminal von links.

Die Bestellung wird nun von dem Thekenpersonal zusammengestellt und die Servicekräfte bringen die Waren anschließend in die Kinos und kassieren. Dabei müssen diese die Anordnung der Sitzplätze und Terminals in den Kinos beachten, um die Bestellung an den genannten Sitzplatz zu bringen (siehe Grafik).

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Typische Platzanordnung am Beispiel von Kinosaal 5 (alle TBS-Terminals sind blau dargestellt).

1.3.4 Heizung, Belüftung und Strom

Das Kinocenter des Cinetech 2 besitzt große Anlagen, die der Heizung, Belüftung und ausreichender Stromversorgung der Kinos und Räumlichkeiten dienen. Bereits an meinem ersten Praktikumstag hat mir der Theaterleiter diese Räume ausführlich gezeigt.
Die Klimatisierung der Kinos wird von großen, separat computergesteuerten Anlagen vorgenommen. Dabei besitzt jeder Kinosaal sein eigenes Heiz- und Belüftungssystem. Allein diese Maschinen nehmen sehr viel Platz in Anspruch und befinden sich in mehreren großen Räumen. Im Sommer wird die Luft von den Anlagen über das Dach eingesaugt und passiert anschließend viele sehr feine Filter in den Maschinen. Die Klimaanlagen werden von Prüfstellen regelmäßigen strengen Kontrollen unterzogen. Etwa alle drei Tage müssen die Luftfilter gewechselt werden. Jede Fehlfunktion der Klimaanlagen wird sofort von den angeschlossenen Computern gemeldet. Über eine Reihe von Reglern lassen sich Aktionen wie zum Beispiel Rauchabzug oder Frischluftzufuhr manuell steuern – die Klimaregelung für die Kinosäle erfolgt aber normalerweise automatisch.

Die Stromversorgung des gesamten Kinocenters wird ebenfalls von Regelmaschinen in separaten Räumen gesteuert. An verschiedenen Geräten lässt sich nachlesen, wo Störungen der Stromversorgung, zum Beispiel der Beleuchtung, aufgetreten sind. Anhand von kleinen Signallichtern an diesen Geräten lässt sich genau ablesen, welche Lichter in den Kinos defekt sind (diese Lichter zeigen z.B. an: Revolverleuchte 127 in Kino3 ist defekt). Dadurch lassen sich Defekte sofort erkennen und schneller beheben.

Die Beleuchtung in den Kinos setzt sich aus verschiedenen Lichttypen zusammen, die jeweils in den Kinosälen und von den Vorführräumen aus ein- und ausgeschaltet werden können:
Die Saalbeleuchtung erzeugt durch Lampensäulen an den Wänden ein angenehmes, warmes Licht. Ist die so genannte Revolverbeleuchtung eingeschaltet, erhellen viele starke Deckenstrahler den gesamten Saal, das Revolverlicht wird jedoch nur selten, beispielsweise während der Raumpflege, benutzt. Die Tischbeleuchtung erhellt die schmalen Abstellplätze vor den Sitzen und besteht aus kleinen Lämpchen, wie man sie aus Lichterketten kennt. Sie dient dazu, das Abstellen von bestellten Waren zu ermöglichen. Die Tischbeleuchtung bleibt deshalb während der gesamten Filmvorstellung eingeschaltet.

Die Beleuchtung der übrigen Räumlichkeiten (z.B. Kassenbereich und Theken) lässt sich von der Kasse aus steuern. So muss man nur auf ein paar Knöpfe drücken, um das gesamte Gebäude zu erhellen bzw. mit einem Mal zu verdunkeln.

Sollte einmal ein Stromausfall eintreten, verfügt das Cinetech 2 über ein Notstromaggregat, das mir Herr Conermann ebenfalls zeigte. Es besteht aus vielen Batterien, die wie Autobatterien aussehen und notfalls einige Zeit lang Strom liefern. Allerdings würde im Fall eines Stromausfalls nur die nötigste Beleuchtung (z.B. Notausgänge und Flure) aktiv bleiben, während die restliche Stromversorgung abgeschaltet würde.

1.3.5 Notfallsystem

Auch im Notfall werden computergesteuerte Systeme im Kinocenter aktiv. Sollte zum Beispiel ein Brand in einem der Kinos von Feuermeldern festgestellt werden (in allen Kinosälen herrscht Rauchverbot), schaltet sich nach kurzem die Sprinkleranlage ein, wenn dies nicht zuvor an der Kasse verhindert wird. Dort gibt es eine Reihe von Knöpfen, mit denen man diese Aktionen steuern kann.
Im Brandfall informiert das Notfallsystem umgehend Feuerwehr und Rettungsdienst, was jedoch ebenfalls an der Kasse verhindert werden kann – denn sollte sich der gemeldete Brand schließlich als Fehlalarm herausstellen, muss der Betrieb für den Feuerwehreinsatz ca. 500 Euro bezahlen, erklärte mir der Theaterleiter.

1.3.6 Technische Schwierigkeiten

Während meiner Praktikumszeit im Cinetech 2 sind immer wieder technische Schwierigkeiten in der Filmtechnik aufgetreten.
Es konnten mehrere Vorstellungen nur mit Verspätung gezeigt werden, da sich unvorhergesehene Probleme mit den Filmrollen ergeben hatten. So wurde etwa die Abendpremiere des Filmes “Gangs of New York” in Kinosaal 5 erst mit ca. 45 Minuten Verspätung gezeigt, worauf sich einige Besucher verärgert beschwerten und eine Frau schließlich das Kino verließ. Diese Verspätung kam meines Wissens dadurch zustande, dass sich die Filmrolle vollständig abgewickelt hat und anschließend erst neu aufgerollt werden musste.
Am selben Tag kam es ebenfalls im Kino 6 zu Tonschwierigkeiten, worauf der Film kurzerhand nach Kino 3 verlegt wurde – dort wurde zu dieser Zeit kein Film gezeigt. Hervorgerufen durch die Zeit beanspruchende Problembehebung im Kino 5 konnten auch die Filme in Kino 7 und in Kino 3 erst mit ca. 25 Minuten Verspätung gezeigt werden.

Schwierigkeiten von solchem Ausmaß kamen aber zum Glück nur an diesem Tag vor. In meiner Praktikumszeit gab es jedoch immer wieder Schwierigkeiten mit dem dts-Digitalton in Kino 6 – hier fiel des Öfteren der Ton während den Vorstellungen aus, worauf das Personal den technischen Leiter informierte, der die technische Probleme umgehend behob.

Beschwerden der Kinobesucher über ein unscharfes Bild während der Vorstellung kamen in meiner Praktikumszeit nur einmal vor. Daraufhin korrigierte der Filmtechniker die Schärfe des Bildes in diesem Kino.

Wenn es zu kleineren Verspätungen vor den Filmen kam, wurde meistens das Theken- oder Servicepersonal vom technischen Leiter beauftragt, in die jeweiligen Kinosäle zu gehen und die Besucher zu informieren – meistens an den Hinweis geknüpft, die Werbung vor dem Film werde als Verspätungsausgleich weggelassen.

Grund für diese Schwierigkeiten, die vereinzelt auftraten, scheint die komplizierte Technik in den Vorführräumen und nicht Fehlverhalten des Personals zu sein.
Ich habe nämlich selbst feststellen müssen, wie schwierig und kompliziert die Arbeit mit der Filmtechnik ist, als der Auszubildende mir zeigte, wie man sie bedient und worauf man stets achten muss.

2. Meine Praktikumstätigkeit

Mein Praktikum im Cinetech 2 fand von Montag bis Freitag jeweils zwischen 15.30 Uhr und 21.00 Uhr statt.

2.1 Aufgaben während der Praktikumszeit

In der ersten Woche meines Praktikums wurden mir vor allem die verschiedenen Arbeitsbereiche des Betriebes von den Mitarbeitern detailliert und geduldig gezeigt und erläutert. Ich bekam auf alle meine Fragen immer eine Antwort und bin mit der freundlichen Art und Weise, wie ich vom Kinopersonal behandelt wurde, sehr zufrieden.

Der technische Leiter und der Auszubildende in der Filmtechnik erklärten mir die Funktionsweise der Projektionsgeräte. Anschließend durfte ich unter Aufsicht des Auszubildenden selbstständig Filme einlegen, wobei dieser mir beibrachte, auf welche Vielzahl von Dingen man dabei achten muss (siehe Kapitel 1.3.1). Bei dieser Aufgabe musste man sich sehr auf seine Arbeit konzentrieren und durfte nichts vergessen.

In der zweiten Woche wurde ich mit den Arbeitsbereichen Theke und Service bekannt gemacht. Hier konnte ich viele Eindrücke über die Arbeit des Personals bekommen.
Ich half bei der Raumpflege mit und musste feststellen, wie anstrengend und zu Recht unbeliebt diese Aufgabe ist: Man muss unter den Sitzreihen herumkriechen und mühselig Popkornreste aus den Ecken kratzen. Ich war jedes Mal froh, wenn ich zusammen mit anderen Servicekräften diese Arbeit erledigt hatte, aber ich habe eingesehen, dass auch sie regelmäßig und zügig getan werden muss – denn die Kinos sollen sauber und gepflegt sein, wenn die ersten Besucher kommen.
Außerdem durfte ich dem Thekenpersonal bei kleineren Arbeiten mithelfen, zum Beispiel beim Popkorn herstellen. Ich habe auch häufig den Kartenabriss für die Nachmittags- und Abendvorstellungen übernommen.

Viele Aufgaben konnte ich allerdings nur beobachten und gezeigt und erklärt bekommen, da ich keine Arbeiten übernehmen durfte, in denen man mit Geld in Berührung kam. Dazu zählten der Kartenverkauf an der Kasse, der Warenverkauf an den Theken und in den Kinosälen, wofür aber auch immer Personal, das während meiner Praktikumszeit ohnehin nicht immer ausgelastet war, zur Verfügung stand.

Während meiner Praktikumszeit waren die Besucherzahlen des Cinetech 2 ziemlich niedrig: Oft kamen in die Vorstellungen nicht mehr als etwa 20 Besucher pro Film, was an Wochentagen besonders auffällig war. Nur freitags, besonders in den Abendvorstellungen, waren die Besucherzahlen etwas höher, blieben aber, wie mir Herr Conermann sagte, immer noch weit unter dem Mindestniveau. In der Woche vor Rosenmontag kamen kaum Besucher ins Kino, so dass ein Großteil der Filmvorstellungen ausfallen musste. Da es mangels Besuchern einfach nichts für mich zutun gab, wurde ich von Herrn Conermann am Mittwoch und am Donnerstag bereits um ca. 18.30 Uhr nach Hause entlassen.
Aus dieser Tatsache ergab sich, dass allgemein sehr wenig Arbeitsbedarf im Kinobetrieb bestand. Das Personal hatte schnell seine Aufgaben erledigt und wartete oft vergebens auf Besucherströme.
Da selbst das Personal streckenweise augenscheinlich unterbeschäftigt war, ergaben sich für mich als Praktikant ebenfalls nur wenige Gelegenheiten zur aktiven Mithilfe im Kinobetrieb. Ich bin mir sicher, dass ich viel mehr zutun gehabt hätte und es mehr Möglichkeiten zur Mit- und Aushilfe für mich gegeben hätte, wenn wesentlich mehr Besucher ins Kino gekommen wären.

Natürlich nutzte ich jede Gelegenheit das Personal zu unterstützen, aber ich verbrachte auch viel Zeit damit, mich mit den Mitarbeitern, die in den Bereichen Theke und Service zu einem Großteil in meinem Alter waren, über ihre Arbeit im Kino zu unterhalten.
Besonders im Gespräch mit dem Theaterleiter Herrn Conermann, dem technischen Leiter und dem Auszubildenden in der Filmtechnik erfuhr ich sehr viel über die Arbeit und den Arbeitsalltag im Kinocenter.
Ich machte mir über diese informativen Gespräche nach jedem Arbeitstag detaillierte Notizen und formulierte diese schließlich für meine Praktikumsmappe aus. Deshalb ist der erste Teil, in welchem ich ausschließlich den Betrieb beschreibe, auch recht umfangreich geworden.

2.2 Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten

In meinem Praktikum habe ich erfahren, wie ein Kino organisiert und verwaltet wird. Dabei ist mir aufgefallen, wie viel man als Theaterleiter dabei beachten muss – man ist für alle Arbeitsbereiche zuständig. Auch in den Arbeitsbereichen selbst gibt es für das Personal viel zu tun, auch wenn die Mitarbeiter während meines Praktikums teilweise unterbeschäftigt waren. Als einfacher Kinobesucher bekommt man diese Arbeiten oft nicht zu sehen und unterschätzt den Arbeitsumfang in so einem Kinocenter.
Außerdem habe ich erfahren, wie umfangreich und kompliziert die technischen Geräte in einem heutigen Kino sind. Vieles wird nicht mehr von Hand, sondern maschinell erledigt. Da ich mich für Computertechnik interessiere, waren auch die vielen Vorgänge, die heutzutage von Computern gesteuert werden, besonders eindrucksvoll. Durch mein Praktikum habe ich jetzt auch herausgefunden, welche Geräte sich hinter der schmalen Scheibe im Kinosaal verbergen und wie man sie bedient.
Ich habe auch kennen gelernt, wie wichtig es für solch einen großen Betrieb ist, dass die Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten und miteinander auskommen – ansonsten würden die Arbeitsvorgänge in einem großen Betrieb nicht funktionieren.

2.3 Zufriedenheit / Fazit

Ich bin mir sicher, dass sich mein Praktikum gelohnt hat, weil ich einen interessanten Einblick in den Arbeitsalltag in einem großen Betrieb bekommen habe. Ich habe die Arbeitsvorgänge kennen gelernt und vieles über das Berufsleben in solch einem Betrieb erfahren.

Insgesamt bin ich mit meinem Praktikum zufrieden – die Mitarbeiter haben sich mir gegenüber immer freundlich verhalten und mir eine interessante Praktikumszeit im Cinetech 2 ermöglicht.
Leider muss ich aber sagen, dass ich mich teilweise etwas gelangweilt habe, da es oft keinen Arbeitsbedarf für mich gab, was dem Personal allerdings ähnlich ging. Ich habe mit den Mitarbeitern viel Zeit damit verbracht, auf Kinobesucher zu warten. Sicher wäre mein Praktikum spannender abgelaufen, wenn mehr Besucher ins Kino gekommen wären.

Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Praktikum mir bei meiner zukünftigen Berufswahl geholfen hat. Ehrlich gesagt könnte ich mir nicht vorstellen, dass ich später einmal eine Stelle in einem Kino annehme. Ich interessiere mich mehr für Berufe, in denen man mit Sprache zutun hat, beispielsweise für den Beruf Journalist. Deshalb habe ich mich zunächst auch bei vielen verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften in Rheine und Münster um einen Praktikumsplatz beworben, bevor ich mich für das Kino entschieden habe.

2.4 Vergleich mit dem Schulalltag

Meine Praktikumszeit im Cinetech 2 unterschied sich in vielen Punkten wesentlich vom normalen Schulalltag. Die Arbeit für mich begann nicht um viertel vor acht, sondern erst um halb vier nachmittags, und endete um neun Uhr.
Diese Arbeitszeiten haben zwar den Vorteil, dass man morgens ausschlafen kann und den ganzen Morgen frei hat, aber dafür kann man abends nichts mehr unternehmen, da man den Abend am Arbeitsplatz verbringt. Viele der Mitarbeiter im Cinetech 2 begannen ihre Arbeit bereits um 15.00 Uhr und arbeiten bis etwa 23.00 Uhr oder sogar noch länger. Nebenbei gingen viele der Servicekräfte noch zur (Berufs-)Schule, so dass sie kaum Zeit hatten, sich auf die Schule vorzubereiten oder Hausaufgaben zu machen, wie mir einige Servicemitarbeiter sagten. Die Arbeitszeiten in einem Kinobetrieb liegen also, verglichen mit den Unterrichtszeiten, ziemlich unpassend am Nachmittag. Verabredungen mit Freunden sind deshalb für die Mitarbeiter oft gar nicht möglich.

Ein weiterer Unterschied zwischen der Arbeit im Cinetech 2 und meinem Schulalltag ist die Tatsache, dass es keine zusätzlichen Hausarbeiten gibt. Man arbeitet zwar bis zu 40 Stunden pro Woche, dafür muss man sich aber nach Feierabend nicht mehr weiter mit seiner Arbeit befassen, während ein Schüler meistens noch Hausaufaufgaben zu erledigen hat oder sich auf eine Klassenarbeit vorbereiten muss. Dies ist ein klarer Vorteil einer solchen Arbeitsstelle im Vergleich zur Schule.
Ich kann auch nicht behaupten, dass die Arbeit im Cinetech 2 wirklich schwerer oder anstrengender für mich war als der Schulalltag. Zwar sollte man sich als Mitarbeiter im Kinocenter auf seine Arbeit konzentrieren und sie zielstrebig und zügig erledigen, aber der Arbeitsumfang eines jeden Mitarbeiters in dem jeweiligen Bereich ist doch relativ begrenzt.

6 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    Diese Praktikumsmappe war wirklich ausführlich beschrieben ;) Ich habe schon lange nach so einer Vorlage gesucht.

  2. jo sagt:

    danke für diesen tollen Bericht

  3. Mayline sagt:

    Hallo,ja also…ich finde es wirkt ein bisschen langweilig….ihr hättet den guten Text anders aufbauen können….
    Mayline

  4. Anonymous sagt:

    hay ich finde es einfach super toll gemacht :D :D

  5. hey sagt:

    hay ich finde es einfach nur toll super :D :D

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