
Entlassen: Redakteur Manfred Mohr (links), hier mit dem ARD-Korrespondent Hans-Jürgen Börner, ist entlassen worden. Quelle: NDR
Vier Wochen nach dem ersten Beitrag der NDR-Sendung Zapp zu “alten Stasi-Seilschaften” hat man in Hamburg ein neues Lieblingsthema gefunden: Es geht um die Brandenburgische Ortschaft Zossen sowie den Sportredakteur und ehemaligen Stasi-Spitzel Manfred Mohr, der bis vor kurzem für die Märkische Allgemeine geschrieben hat. In Nebenrollen: Der stellvertretende Zossener Bürgermeister Hartwig Ahlgrimm (er sieht sich durch den NDR diffamiert) sowie die Bürgermeisterin Michaela Schreiber.
Neue Wendung: Manfred Mohr gefeuert
Die eigentliche Nachricht sei vorweg genannt: Manfred Mohr ist von der MAZ entlassen worden – das berichtete Zapp in der Sendung von gestern Abend. Die Chefetage hat also auch personelle Konsequenzen aus der Stasi-Vergangenheit des Sportredakteurs gezogen. Außerdem schrieb ein User in einem Kommentar zu meinem Blogpost, die fragliche Stasi-Dokumentation von Hans-Jürgen Börner könne “aus rechtlichen Gründen” nicht mehr gesendet werden.
Das passiert, wenn der NDR investigativ wird
Die Geschichte von und mit Hartwig Ahlgrimm soll an dieser Stelle nicht noch einmal aufgerollt werden. Für mich steht fest: Der gute Mann hat von Pressefreiheit und deren rechtlichen Grundlagen leider keine Ahnung – und er hätte sich seine öffentliche Intervention vor laufender Kamera ganz einfach sparen sollen. Allerdings hatte Zapp Herrn Ahlgrimm in einem Vorab-Beitrag falsche Motive unterstellt. Das wollte man beim NDR auf telefonische Nachfrage nicht kommentieren, hat den Fehler aber anscheinend eingesehen: Ein Online-Text wurde verändert, das fragliche Video nachträglich akkurat angepasst.
Zossen ist erstaunlich interessant – und wird zum Thema
Die Größe, diese journalistischen Ungenauigkeit zuzugeben, hatte die Zapp-Redaktion bislang nicht. Was folgte, war ein idyllisch-amüsanter Beitrag zum Zossener Presseverständnis. Aber dem nicht genug: Zossen ist Zapps neuer Liebling. In dem jüngsten Beitrag geht es jetzt um die “Zossener Stimme“, eine Beilage des lokalen Amtsblattes. Hier hat Zapp aufgedeckt, dass sich die Macher des Blattes wohl etwas zu wichtig nehmen: Sie nominierten sich quasi selbst für einen Journalisten-Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Auch die Frage nach der Finanzierung des Blattes ist berechtigt – obwohl die Tatsache, dass dies mit öffentlichen Geldern geschieht, meiner Meinung nach kein Skandal ist.
Die Provinz und das Fernsehen: Bashing oder notwendige Recherche?
Aber ist das wirklich ein Thema für eine ARD-Sendung, oder handelt es sich hierbei nur um journalistisches Bashing? Ich finde, dass diese Angelegenheit eher eine Lappalie und daher die Sendezeit nicht wert ist. Beim NDR hat man sich wohl auf Zossen eingeschossen – Zapp bezieht oft und gerne klar Stellung. Mein Vorschlag lautet: Zapp sollte ein eigenes Lokalstudio in Zossen einrichten, um näher dran zu sein an den provinziellen Amtsskandalen. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Beiträge für die Sparte “Neues aus Zossen”.








Hallo habe soeben auf NDR auch diesen Beitrag gesehen obwohl ich aus der Schweiz komme und rein gar nichts mit Zossen zutun habe, hatte ich bei diesem Beitrag das Gefühl,das er etwas überpropozioniert ist und wie man so schön sagt ein “Gschmäckle” hat.
Bei der Recherche ob jemand vom Sender der ev. in Zossen wohnen könnte, sich rächen wollte, bin ich auf diese Seite gestossen.
Interessant für was die öffentlich-Rechtlichen so ihr Geld ausgeben.
Märkische Allgemeine Zeitung: Redakteur wegen Stasi-Vergangenheit gefeuert…
Die Märkische Allgemeine hat einen Sportredakteur und ehemaligen Stasi-Spitzel entlassen. Das berichtet die NDR-Sendung Zapp. Unterdessen hat man bei Zapp ein neues Lieblingsthema gefunden: Es geht um die Ortschaft Zossen und deren narzistische Bürge…
die Vorgehensweise in Zossen ist keine Tragik sonde gezieltes Kalkühl… auch wenn Hartwig Ahlgrimm mehr oder weniger als der geoutet wird, der er ist. inkompetent, rechthaberisch und doktrinär… die nächste Attacke des “ehrenwerten” Herrn Ahlgrimm darf jeder verfolgen… unter http://www.püppilotta.de/homepage/00003_5106.08.php
“Zossen” ist nur ein Pseudonym für die Verfilzungen alter Seilschaften in den neuen Bundesländern. Hier sollte mal tüchtig weiterrecheriert werden. Am letzten Sonntag war hier Kommunalwahl, die Wahl zwischen Pest und Cholera war so unerträglich, daß ich nicht wählen gehen konnte. Weiter so
Kann Zehrensdorf nur zustimmen. Zossen steht tatsächlich für mehr, für alte Seilschaften im Osten und für eine oftmals fragliche Auslegung von Pressefreiheit.
Insofern kann man ZAPP nur ermutigen, weiterzumachen.
Interessant: Kuno Haberbusch, ZAPP-Chefredakteur, hat heute in einer Informationsveranstaltung am Inistitut für Journalistik in Dortmund erklärt, ZAPP habe zu vielen Themen eine klare Haltung, wenn dies aufgrund von offensichtlichen Missständen auch nötig sei.
Im Zusammenhang mit der Zossen-Berichterstattung sprach er sinngemäß davon, man habe im Anschluss an den ersten Beitrag “eine Kampagne” (sic!) gefahren und sei in Zossen auf eine große Gruppe von kritischen Anwohnern getroffen, die man dann interviewt habe.
Ich sehe diese Haltung, bewusst eine “Kampagne” zu initiieren, äußerst kritisch. Somit bestätigt Herr Haberbusch doch nur indirekt, dass die ZAPP-Redaktion hier überspitzt berichtet hat. Schade.
Hallo,
bin seit ein paar Jahren selber Bewohner der Zossener “Idylle”.
Wer hier lebt, ein bisschen Grips hat und kritisch beobachtet, wird selber schnell feststellen, dass in diesem Ort etwas anders läuft, als in Städten wie München, Hamburg usw.
Selbst wenn Zapp evtl. über das Ziel hinaus geschossen sein sollte, so gibt es in Zossens Politik Unstimmigkeiten, die nur schwer aufzuklären sind und die der Demokratie nicht förderlich sind.
auch hier lade ich alle Zossener Bürger ein selbst zu schreiben und die Möglichkeit zu nutzen Misstände öffentlich zu dokumentieren. nur durch Öffentlichkeit kann dikdatur verhindert werden. Anregungen können auch gesendet werden an adminlotta@maill9.eu
Frank Heinrich
Chefredakteur
püppilotta – freie Medien