Sicherheitsbedenken: Der Geheimdienst liest meinen Blog |

Der Geheimdienst hält im Netz Ausschau nach sensiblen Informationen über deutsche Bundeswehr-Einsätze. Quelle: markstout, STOCKXPERT
Seit heute weiß ich, dass ein deutscher Geheimdienst meinen Blog liest. Genauer gesagt geht es um den Militärischen Abschirmdienstes (MAD), der offenbar auf einen meiner Posts aufmerksam geworden ist. Ein in Afghanistan stationierter Soldat, über den ich in einem Artikel geschrieben hatte, sagte mir heute über ICQ:
hey
du nimm mal bitte deinen artikel raus, oder änder ihn zumindest so, dass nicht mehr drin steht, *****.
musste mich heute morgen schon beim mad, dem mitlitärischen abschirmdienst, also dem geheimdienst der bw melden!
meld dich mal
Die entsprechend gelöschte Stelle enthält das, was der Geheimdienst als potenziell gefährdend für den Soldaten erachtet. Anscheinend ist es besser, wenn nicht zu viele Informationen über die einzelnen Personen nach außen dringen - der Sicherheit der Einsatztruppen zuliebe. Natürlich war ich im ersten Moment skeptisch. Aber da der MAD sich nicht bei mir, sondern bei dem Soldaten gemeldet hat, muss das wohl der Wahrheit entsprechen. Auch könnte mich wohl niemand zwingen, den Artikel zu ändern - ich tue es aber, weil die Information nicht wirklich wichtig ist.
Der ISAF-Einsatz in Afghanistan: Dank Internet weitgehend öffentlich
Was mich wundert ist, dass der Geheimdienst erst jetzt reagiert und - bei allem Respekt - dass die deutschen Soldaten anscheinend nicht ausreichend darüber informiert sind, was sie in der Öffentlichkeit preisgeben und was sie lieber für sich behalten sollten. So tummeln sich im StudiVZ unzählige Soldaten, die nicht nur über ihren Militäralltag schreiben, sondern auch jede Menge Fotos veröffentlichen. Das liefert uns Journalisten viel unmittelbares Material aus dem Einsatzgebiet. Natürlich wollen wir keine Verhältnisse wie in der US-Armee, wo bloggen den Streitkräften mitunter verboten worden ist - aber zu viel unbedachte Offenheit kann offenbar auch gefährlich werden.
Mehr zu diesem Thema im Internet:















Nico goes to War: Mit 20 nach Afghanistan | NilsOle.net:
[...] Nach angeblichen Hinweisen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) stellt der Inhalt dieses Artikels eine Gefährdung für [...]
21. August 2008, 00:48